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Wanted - Neon Nights

Band: Wanted
Album: Neon Nights
Spielzeit: 52:07 min.
Plattenfirma/Vertrieb: Sleazy Rider Records/Import
Vergleichbare Bands: --
Homepage: www.wanted.gr oder www.myspace.com/wantedhome
Wertung: 7,0
Dieses Hinterhofcover lässt mich richtig neugierig werden, denn schon beim Betrachten beamt es mich zurück in die gute alte Zeit, in der es an jeder Ecke eine Rockkneipe gab und lange Haare noch eine Religion waren. Und offensichtlich haben wir es hier mit echten Exoten zu tun, denn Sleazerock aus Griechenland läuft mir nicht alle Tage über den Weg. WANTED wurden bereits 2001 gegründet und haben sich im Land der Antike anscheinend auch schon einen guten Ruf als Live-Band erspielt, denn immerhin war man dort schon Support-Act für Bands wie WHITESNAKE, WHITE LION, BONFIRE, DOKKEN, um nur einige zu nennen. 2003 wurde dann auch die Debüt-EP „Shit Happens“ veröffentlicht und jetzt gibt es mit „Neon Nights“ neues Futter von den Griechen. Leider habe ich „Shit Happens“ verpasst, kann also nichts darüber sagen, aber der neue Longplayer beginnt mit „Old Ball´n Chains“ schon mal äußerst spritzig. Cooler Refrain, das. Außerdem ist der dezente Einsatz diverser Blasinstrumente auch nicht zu verachten und gibt dem Song eine eigenständige Note. Die Bläser bleiben uns auch fast auf dem gesamten Album erhalten, was dann insgesamt doch etwas eintönig rüberkommt. Außerdem muss ich mich in Bezug auf die Ausrichtung der Band etwas korrigieren, denn was auf der Verpackung noch aussieht wie reinrassiger, räudiger Sleaze, entpuppt sich nach und nach durchaus als selbiger aber mit gewaltigen Heavy-Blues Anleihen. Somit schrumpfen die Punkte auf meiner exklusiven Lippenstiftskala von anfänglichen 9 (für Opener und Cover) auf eher durchschnittliche 5-6 für den Rest des Albums. Die folgenden Songs lassen auch leider nicht mehr so die Klasse durchblitzen, wie es das erste Stück erahnen ließ. Klar gibt es mit „Candy Store“, „Baby On Board“ und vor allem „Glass Of Water“ durchaus coole Nummern, aber insgesamt fehlt schon etwas der Kick. Und ganze drei (mittelprächtige) Balladen sind auch zuviel für ein Album das, wenn ich mir das Image der Band und die Aufmachung der CD so anschaue, normal gehörig in den Arsch treten sollte. Ein bisschen entschädigen kann mich dann noch der Extra Promo Track „Hit The Road Jack“, der einmal die Härte und Energie zu Tage fördert, mit der WANTED das ganze Album hätten angehen sollen. Aber jetzt schalte ich noch mal auf Track Nummer eins und freu mich wie ein Schnitzel, dass es auch in Griechenland Brothers & Sisters of Sleaze gibt. „Come On, Raise Your Middlefinger“!
Stefan
 

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