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Re-Releases sind immer so eine Sache: Für die einen reines „Cash-In“, um die Geldbörsen der (Ex-?)-Stars wieder ein bisschen zu füllen und die schwächelnden Umsätze der Plattenfirmen zu kompensieren, für die anderen eine willkommene Gelegenheit, sich wieder einmal mit alten Klassikern zu beschäftigen, zumal meist mit opulentem Bonusmaterial und aufgehübschter Verpackung ausgestattet. Ich gehöre zur zweiten Kategorie der Konsumenten. „Stay Hungry“ in der „25th Anniversary Edition“ ist das Geld absolut wert. 1984 schafften die verdrehten Schwestern mit der Scheibe den absoluten Durchbruch, was nicht zuletzt auf die damals in Heavy-Rotation auf MTV laufenden Videos zu „We’re Not Gonna Take It“ und „I Wanna Rock“ zurückzuführen war, die auch heute noch nett anzusehen sind und Spaß machen. „Stay Hungry“ ist zwar deutlich kommerzieller ausgerichtet als die Vorgängerscheiben „Under The Blade“ und „You Can’t Stop Rock And Roll“, hat aber trotzdem noch genügend Ecken und Kanten. Der Titelsong startet als Uptemponummer, ehe mit „We’re Not Gonna Take It“ wohl DER TS-Evergreen überhaupt geliefert wird. Ein Song, der auch heute noch die eine oder andere lahme Ü40-Party auf Vordermann bringt. „Burn In Hell“ ist ein weiteres flottes Stück mit Ohrwurm-Refrain. Mit dem zweiteilig aufgebauten „Horror-Theria“ wird es etwas düsterer, während „I Wanna Rock“ der zweite Top-Hit der Scheibe ist. Das bereits angesprochene Video ist heute kultverdächtig und wurde zum Teil auch später von Michael Jackson bei „Black & White“ kopiert. „The Price“ ist das einzige ruhigere Stück der CD, ebenfalls absolut hitverdächtig. „Don’t Let Me Down“ würde ich als einzigen Schwachpunkt nennen. „The Beast“ ist dann wieder ein etwas schleppender Rocker, bevor dann „S.M.F.“ (übersetzt: „Sick Mother Fu**er) die Scheibe ausklingen lässt. Die gesamte CD wurde remastered, was man zwar im Vergleich zum Original sicherlich hört, wer den Sound der Originalausgabe kennt weiß jedoch, dass da wohl nicht mehr viel rauszuholen war, klingt das Teil doch sehr dumpf und trocken. Aus diesem Grunde (und sicher nicht nur deswegen) spielten die Jungs die Scheibe im Jahr 2004 unter dem Titel „Still Hungry“ nochmals komplett neu ein. Inwieweit jedoch dabei das Feeling der damaligen Aufnahmen erreicht wurde, sei mal dahingestellt. Aber zurück zur „25th Anniversary Edition“, die neben sehr ausführlichen Liner-Notes über die Entstehung der Platte und vielen Fotos im Booklet auch eine Bonus CD bietet. Zwar sind hierauf 18 Songs (inklusive eines „Hidden Tracks“) enthalten, jedoch handelt es sich hierbei fast ausschließlich um Demos oder ziemlich unfertige Ideen, die meist nur bis zu 2 Minuten Spieldauer aufweisen. Interessant hierbei die Urversionen von „We’re Not Gonna Take It“ sowie weiteren Songs, die letztlich aufpoliert auf „Stay Hungry“ endeten. Aber auch so manche Perle wie „Prime Motivator“ oder „Death From Above“ kann man genießen, die sicherlich auch albumwürdig gewesen wären, hätte man noch etwas weiter daran gearbeitet. Mit „30“ wird auch ein im Jahr 2009 neu komponierter Song abgeliefert, der jedoch nicht sonderlich begeistern kann. „Stay Hungry“ ist sicherlich ein Klassiker, der mit vorliegender Edition entsprechend gewürdigt wird. Wer die Wahl zwischen der Original-CD und der 2009er Version hat. sollte letztere vorziehen. Schade, dass danach von den sympathischen Tunten leider nicht mehr allzu viel musikalisch gehaltvolles geboten wurde.
Martin W.
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