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Band : Torchbearer Album : Death Meditations Spielzeit : 44:10 Plattenfirma : Vic Records VÖ : 25.4.2011 Homepage: www.myspace.com/officialtorchbearer oder www.facebook.com/torchbearer.sweden Wertung: 7 von 10
Pär Johansson : Vocals Christian Älvestam : Guitars and additional vocals Patrik Gardberg: Lead Guitars Thomas „Plec“ Johansson: Bass Rolf Pilve: Drums
Fans vorbeifahrender D-Züge aufgepasst…die neue Dampframme der Schweden (was kommt dieser Tage eigentlich nicht aus Schweden?) TORCHBEARER ist auf den Gleisen. Um es vorwegzunehmen; wer sich nicht festhält wird allein vom Sog der 10 Songs hinweggefegt werden. Härtester Death/Blackmetal in Reinkultur ist es was uns die 5 Skandinavier hier oberflächlich betrachtet vor den Latz knallen. Hört man jedoch etwas genauer hin, finden sich auf „Death Meditations“ absolut hörenswerte Momente.
Fangen wir mal ganz von vorne an:
Wir steigen ein mit einem (wie sagte meine holde Gattin „…das hört sich ja wie auss‘m Science Fiction Film an“) sagen wir mal interessanten Intro namens „Portals“. Danach bricht die Hölle aus. „The Momentum“ besticht durch ein Wahnsinnstempo, Blastbeats ohne Ende walzen alles nieder was nicht festgekettet ist. Doch man höre und staune…nach einem Break hören wir daß die Jungs ihre Instrumente auch wirklich spielen können. Eine leicht progressive Gitarreneinlage wertet die Nummer unheimlich auf, was mich persönlich etwas stört ist der von dunklen Dauergrowls geprägte „Gesangsstil“ von Pär Johansson (Satariel, The Few Against Mary). Alles in allem aber ein durchaus hörenswerter Einstieg.
„Coffin-Shaped Heart“ bringt nicht viel Neues. Härte- und Speedtechnisch bewegt sich die Band, insbesondere Session-Drummer Rolf Pilve am erträglichen Limit. Somit ergibt sich ein Klangteppich der den vielzitierten Vergleich mit einem Presslufthammer nicht zu scheuen braucht.
Mit „At Takao River“ folgt ein unerwartet interessantes Highlight. Auf einmal passt alles zusammen: Der im Intro noch leicht nervige Keyboard-Klangteppich wird erneut ausgerollt und plötzlich ist eine Atmosphäre greifbar…aus den Duracell-Drums ist wieder ein Schlagzeug geworden…plötzlich Stille. Durchatmen. Gitarrensolo. Schade nur daß nach fünfeinhalb Minuten schon Schluss ist…
Als hätten Torchbearer nur durchatmen müssen legt „Severings“ wieder ultraschnell und ebenso hart nach. Doch auch hier werden wir nach kurzer Zeit Zeuge daß ultrahart nicht langweilig heißen muss. Der schleppende Mitteleteil des Songs und die tolle Klampfenarbeit des Duos Christian Älvestam/Patrik Gardberg verhelfen dem Song zu einem nicht vermuteten Spannungsbogen.
Der zweite Teil der Scheibe beginnt mit einem melancholischen, von akustischer Gitarre und Violine geprägten Intro. Die Ruhe währt jedoch nur kurz. Mit „Death Meditations“ will man erneut wissen wo der Frosch die Locken hat. Jedoch auch hier kein stumpfes Gebolze, intelligent verschachtelte Strophen wechseln sich mit einem interessanten Refrain ab. „Penumbra“ stellt für mich dann den ersten Schwachpunkt der Platte dar. Bis zum durchaus interessanten Mittelteil und auch nach diesem wird die Nummer zu eintönig heruntergebolzt. Schade. Anscheinend hat die Band ihr Pulver dann auch schon verschossen denn „Dying Codex“ haut mich ebenfalls nicht mehr vom Hocker. Der leicht Industrial-angehauchte Song ist nicht wirklich schlecht, doch richtige Stimmung will jetzt nicht mehr aufkommen, zu eindimensional wirkt das.
Mit dem Instrumentalen „The Aphotic Dephts“ setzen TORCHBEARER allerdings nochmal nach, hier zeigen alle Bandmitglieder wie gut sie miteinander harmonieren. Ein toller Schlusspunkt und ein weiteres Highlight.
Alles in allem eine Scheibe die Anhänger des anspruchsvollen Death/Black Metal in ihren Bann ziehen wird. Die transparente Produktion vom Basser Thomas „Plec“ Johansson (Watain, Scar Symmetry, Solution) tut ihr übriges. Ausfälle sucht man auf dieser Scheibe zwar vergebens, doch durch zwei drei Unzulänglichkeiten schrammt die Platte knapp an einer besseren Wertung vorbei.
Bernd
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