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Band: The Gates Of Slumber Album: The Wretch Spielzeit: 56:02 min. Plattenfirma/ Vertrieb: Rise Above Records Homepage: www.myspace.com/thegatesofslumber VÖ: 01.04.2011 oder 04.04.2011 oder auch 08.04.2011, das wirkliche Releasedate kennt wohl nur der Teufel Wertung: 8,5 von 10 Rise Above Records verwirren mich mit ihrer Releasedate Kommunikation zutiefst. Es schwirren 3 verschiedene Termine durch den Raum – für „The Wretch“– und anscheinend weiß keiner so recht, an welchem der Tage es nun wirklich erscheint. Entweder hat der liebe Dorian viel Freude daran Leute zu verwirren, oder sein Label hat ein kleines Problem mit der Kommunikation. Von letzterer Vermutung gehe ich eher aus. Naja, egal... das Album wird erscheinen und das Label hat wieder bewiesen, dass sie unangefochten die NO. 1 sind, was Veröffentlichungen aus dem Doom Metal Genre angeht.
Das Doom Trio um Gründer Karl Simon besteht schon seit 1998. Ergänzt wird das Line-Up durch Jason McCash (Bass) und J "Cool" Clyde Paradis (Schlagzeug). Beachtenswert ist die Tatsache, dass es Mr. Simon geschafft hat 4 Drummer und weitere 2 Bassisten zu verschleißen. Die aus Indianapolis stammende Band (wohl eher Projekt) überzeugte schon auf den letzten beiden Studiolangeisen „Conquerer“ und „Hymns of Blood and Thunder“ mit einer tollen Mischung aus Doom und Heavy Metal. Die beiden Alben verschafften THE GATES OF SLUMBER eine grundsolide Fanbasis und unter anderem den letztjährigen Supportslot bei den Doom Urgroßväter PENTAGRAM.
Schon in der Vergangenheit war der musikalische Inspirationshorizont der Band arg begrenzt. Bestand er doch fast ausschließlich aus den Bands ST. VITUS, TROUBLE, MANILLA ROAD und einen Hauch klassischem Metal. Daran hat sich im Jahr 2011 nur absolut imaginär etwas geändert, was ich persönlich als sehr gut empfinde. TGOS haben ihren Sound gegenüber dem letzten Release leicht modifiziert. Sie gehen einen Schritt zurück und besinnen sich auf ihre Anfangstage, d.h. der klassische Metal Hauch tritt einen Schritt weiter in den Hintergrund. Die o.g. Inspirationsquellen treten noch weiter in den Vordergrund und Karl Simon klingt wie Wino's (ST. VITUS) Zwillingsbruder. Sein pathetischer/hypnotischer Gesangsstil ist Kern-und Angelpunkt bei der Band und einfach nicht mehr wegzudenken.
Die Veröffentlichung passt zeitlich perfekt. ST. VITUS waren vor kurzem für ein paar Gigs in Europa und TROUBLE/MANILLA ROAD kommen leider seit mehreren Jahren nicht mehr aus dem Quark. Dementsprechend gierig und dankbar, über diese absolute Doom Metal Keule, wird der Fan „The Wretch“ in seinen Player einwerfen und nicht enttäuscht!
Simon und seine Kumpanen verstehen es vorzüglich, trotz der musikalischen Limitierung, eigenständige, spannende (!!!) und intelligent arrangierte Doom Metal Perlen zu schreiben und sich so vom Groß der Wegbegleiter abzuheben. Die Combo spielt verdammt heavy und die zur Musik gewordene zähe Vulkanlava quillt erbarmungslos und bedrohlich aus den Boxen. Sie überrollt gnadenlos alles was ihr im Wege steht und macht keine Gefangenen. So eine präzise spielende Dampfwalze kommt einem wirklich äußert selten zu Ohren. Der neue Schlagwerker J „Cool“ Clyde Paradis (ex SOURVEIN) ist die treibende Kraft, die die niederwalzende Maschinerie durch sein kraftvolles Drumming vorantreibt. Der harte Bass und die zähen und sich immer wiederholenden Riffs zermürben wahrlich jede Frohnatur.
Gleich beim Opener zeigen sie, dass mit ihnen wahrlich nicht zu spaßen ist. „“Bastards Born“ schleicht scheppernd und bedrohlich aus den Boxen. Simon's Organ und das langsame Gitarrensolo lassen den Song von mal zu mal mehr wachsen. Was mich beim ersten Hördurchgang irritierte, der Track endet sehr abrupt und ich dachte zuerst die Datei sei defekt. Da sich dieses „Spielchen“ aber nochmal wiederholt, gehe ich davon aus, das dies mit voller Absicht so eingespielt wurde. „The Scovrge Ov Drvnkenness“ und “To The Rack With Them“ kommen ein wenig flotter daher und verleiten sogar – in adäquater Geschwindigkeit – zum Headbangen. Das war den Jungs wohl ein bisschen zu schnell, also wird mit „Day Of Farewell“ die Handbremse gezogen. Das Gitarrenriff bohrt sich fest und es wird geschlichen was das Zeug hält. Der depressive und dunkle Schleicher „Castle Of The Devil“ überzeugt durch einen sehr cleveren Einsatz von laut und leise Dynamik. Durch den Einsatz der wechselnden leise/laut Dynamik wird der Hörer vom komatösen Zustand immer wieder in den Wachzustand zurückversetzt. Zum Schluss des Tracks entsteht sogar, für einen kurzen Moment, eine Art Jamsession-Feeling. „Coven Of Pain“ ist purer und unverfälschter Heavy Metal mit starkem NWOBHM Einfluss. Der Titelsong und „Iron and Fire“ bieten wieder die gewohnten THE GATES OF SLUMBER Trademarks. Zeitlupenriffs, welche mit jedem Anschlag wie ein gezielter Schlag in die Weichteile rüber kommen, ein Drummer, bei dem die Gefahr besteht, dass er einschläft und mit dem Kopf mal kräftig auf das Becken aufschlägt und der eigenwillige Gesang bieten gewohntes Futter.
Nach ca. 56 Minuten endet ein wirklich fesselndes und ausgereiftes Stück Doom Metal.
Tracklist:
01. Bastards Born 02. The Scovrge Of Drvnkenness 03. To The Rack With Them 04. Day Of Farewell 05. Castle Of The Devil 06. Coven Of Cain 07. The Wretch 08. Iron And Fire
„The Wretch“ hat mich überzeugt und ich kann es mit ruhigem Gewissen weiterempfehlen. Alle, die zum Lachen den abgelegensten U-Bahnschacht aufsuchen, sollten hier unbedingt zugreifen. Fans von ST. VITUS, TROUBLE und MANILLA ROAD werden das Teilchen eh schon auf ihrer Wunschliste stehen haben.
Von mir gibt es 8,5 Lavalampen.
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