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Wertung: 7,5 von 10

Das es in der Schweiz nicht nur superbe Hardrock Bands gibt, sondern auch mal richtig schön auf die Schwarte gehauen werden kann, bewiesen in der Vergangenheit Gruppen wie CELTIC FROST, DRIFTER und CORONER. Besonders die letzten beiden Combos haben in den letzten Jahren immer wieder mal auf Festivals bewiesen, dass noch einiges in ihnen steckt, aber leider haben sie es seit Jahren nicht mehr geschafft, dies auch auf Tonkonserve zu bannen. Nun macht sich im Nachbarland eine junge und hoffnungsvolle Newcomerband auf, die gute alte Thrashfahne hoch zuhalten. Bis vor einigen Monaten hörte der Vierer aus Wünnewil /Fribourg noch auf den Namen CIDERAID, aber aufgrund eines leichten Stilwechsels schmiss man gleich den alten Bandnamen über Bord und firmiert seitdem unter dem Banner THE BURDEN REMAINS. Ihr Debütalbum „Downfall Of Man“ präsentiert uns einen gut durchdachten, leicht verspielten und kräftig vorgetragenen Mix aus Power und Thrash Metal. Neben dem wirklich schickem Digipack gibt es das Album auch als free Download unter www.theburdenremains.com zu beziehen.

Hier die Beweggründe zu dieser Aktion:
„Why releasing your music for free? It's 2011, that's why. We were discussing a couple of different options, but this just made the most sense - It's about getting out there. Plus, you can still show your support by coming to our shows and/or buy some merch…“ (Quelle: https://www.facebook.com/?sk=lf#!/theburdenremains?sk=info)

Die Band besteht aus:
Tommy Schweizer (wenn man schon aus dem Land kommt, sollte man auch so heissen!) - Vocals und Bass
Thomas Jenny - Guitars
Philippe Aebischer - Guitars
Silvan Mangold - Drums

Die Schweizer Jungs haben satte 1 ½ an dem Album gefeilt und das hört man dem Endresultat auch an. TBR haben ein höchst professionelles Album abgeliefert, welches produktionstechnisch einen sehr positiven Eindruck bei mir hinterlassen konnte. Die Combo klingt wie eine Mischung aus alten TESTAMENT, EXODUS (also sehr Bay Area lastig) und lässt immer wieder, ganz dezent, Power Metal (die Band steht auf NEVERMORE und das hört man dem Sound auch an!) mit einfließen. Musikalisch bewegt sich die Band auf einem grundsoliden Niveau und bollern ihre harten Riffs zielorientiert in die Magengrube des Hörers. Das passt schon einmal gut! Beim Songwriting versuchen die Jungs alle ihre Ideen mit einfließen zu lassen. Das Material klingt teilweise komplex, verliert dadurch aber kein bisschen an Power. An manchen Stellen hört man der Band ihre Unerfahrenheit dennoch an und manche Songs verfehlen einfach ihr Ziel, da sich die Band zu viel abverlangt und zu gewollt klingt. Dies ist definitiv kein Kritikpunkt von meiner Seite, denn die Band steckt voller Potential und ist noch recht jung. Für ein Debüt ist die Leistung schon sehr beachtlich.

Polarisieren dürfte der Gesang von Thomas Schweizer. Er gefällt mir wahnsinnig gut, wenn er richtig schön hart ins Mic shoutet, aber was bei mir für einen faden Beigeschmack sorgt ist die Tatsache, dass es sobald es ein bisschen ruhiger/komplexer wird, er versucht sich von seiner variablen Seite zu präsentieren. Und genau hier liegt die Krux. Für meinen Geschmack ist sein Organ einfach nicht dazu ausgerichtet im Stile eines Warrel Dane (NEVERMORE) zu agieren. Schweizer fängt stimmlich an zu straucheln und nicht jeder Ton wird getroffen. Dies bleibt aber Gott sei dank die Ausnahme. Sieht man von dieser – aus meiner Sicht – kleinen Unzulänglichkeit ab, bekommt man eine coole Ladung powervolle Mucke um die Ohren geblasen.

„Downfall Of Man“ geht auch gleich mit dem Opener „To The Wolves“ kompromisslos zur Sache. Stakkato Riffs treffen auf eine Soundmauer, die aus dem Schlagzeug und Bass besteht. Schweizer shoutet sich souveräne durch den Nackenbrecher und die Nummer macht Lust auf mehr Material eines solchen Kalibers. Meinem Wunsch entsprechend brezeln sie mit „Torwards The Abyss“ einen variablen und harten Thrasher nach. Langsamere bzw. schleppende Parts werden sehr geschickt mit Uptempoparts verschmolzen und lassen zu keinem Moment Langeweile aufkommen. Für mich zeigt der Track die ganz großen Stärken von THE BURDEN REMAINS auf und ist ganz klar das Highlight des Albums. Bei „Prophecy Of Decay“ schimmert die Vorliebe für NEVERMORE durch. TBR gehen komplex und ideenreich zu Werke und der Refrain lässt mich nicht mehr los. Auch Schweizer's Gesang geht bei der Nummer absolut in Ordnung. Von der Ausrichtung her, bleibt die Band auch beim folgenden Track, treu. „Strike Down Salvation“ bewegt sich auf einem grundsoliden Level und mir gefällt der Wechselgesang, zwischen Growls und cleanem Gesang, recht gut. Der Anfang von „Out Of The Fire/ Into The Flame lässt auf einen gnadenlosen Nackenbrecher hoffen, aber leider bleibt dieser aus. Für meinen Geschmack bekommt die Band nicht die Kurve, kommt nicht auf den Punkt und verzettelt sich zu sehr bei der Nummer. Der Track klingt in meinen Ohren zu künstlich konstruiert und als ob einzelne Segmente wahllos aneinander gereiht wurden. Zwar kein Totalausfall, aber definitiv einer der eher verzichtbaren Songs auf „Downfall Of Man“. „Resistance: Failure“ entschädigt dafür auf ganzer Linie. Besonders der Refrain gefällt mir verdammt gut. Auch der Rausschmeißer „The Burden Of Truth“ ist ganz klar unter der Kategorie „coole und komplexe Nummer“ einzuordnen und zeigt die Band wieder von ihrer verspielten Seite. Ein wirklich gelungener Abschluss des Albums.

THE BURDEN REMAINS liefern mit dem Debüt eine gute Leistung ab, die Thrash Lunatics durchaus gefallen könnte. Wer es gerne rappeln lässt und es auch mal ein bisschen vertrackter mag, sollte dem Album unbedingt eine Chance geben.

An manchen Stellen wirkt das Album ungeschliffen wie ein Rohdiamant, dies macht die Band aber nur sympathisch.

In meiner Anlage dreht sich „Downfall Of Man“ verhältnismäßig oft für ein Newcomer Album, was man als positives Zeichen deuten kann ;-).
Für eine 8 Punkte Wertung reicht es zwar noch nicht ganz, aber die Band ist ganz nah dran und wenn man zukünftig am Songwriting arbeitet, steht einer höheren Wertung nichts im Wege.

Von meiner Seite gibt es ganz starke und fette 7,5 Punkte.

Götz

The Burden Remains Downfall Of Man Cover

Info

Band: The Burden Remains
Album: Downfall Of Man
Spielzeit: 49:56 min.
Plattenfirma: Fireantmusic
Veröffentlichung: 16.09.2011
Homepage:
www.theburdenremains.com

Tracklist

1. To The Wolves
2. Towards The Abyss
3. Prophecy Of Decay
4. Strike Down Salvation
5. Out Of Fire / Into The Flames
6. Resistance : Failure
7. Ashes From The Skies
8. Technoid Gods
9. Into The Unknown
10. The Burden Of Truth

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