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Ich habe ehrlich sehr lange gebraucht, bis ich halbwegs gewusst hab, was ich mit "A Child Of Divorce" von SO IS THE TONGUE anfangen soll. Klar rein experimenteller Rock, bei dem Elemente aus Post-Rock, Jazz, Fusion, Progrock, Folk und völlig surrealen Momenten aufeinander treffen, ist erstens schwer zu beschreiben und zweitens teilweise verdammt anstrengend zu hören. Und SO IS THE TONGUE, das Trio aus New Jersey, wollen es einem auch nicht leicht machen. Nach dem instrumentalen Intro, welches sich in "Pt. II" und "Pt. III" fortsetzt, ist "Conflicting Stories" genau das geworden, was der Titel aussagt. Einzelne Teile des Songs stehen in krassem Widerspruch zueinander und der wilde Wechsel zwischen den Stilen ohne jeglichen für mich erkennbaren roten Faden macht das Stück zu einer Qual für meine Ohren. Dass es auch besser geht beweist "Either Way", das bei aller Experimentierfreude doch als zusammengehöriges Stück zu erkennen ist und Die-Hard-Prog Fans teilweise gut gefallen könnte. Auch wenn ich ständig das Gefühl habe, ich müsste irgendwelche bewusstseinserweiternde Mittelchen zu mir nehmen, um den Strukturen folgen zu können, hab ich nach vielfachem Anhören diesen Song zumindest halbwegs genießen können. Richtig jazzig beginnt "People Don't Forget", bleibt dann aber irgendwie als improvisiert bei mir hängen. Zuviel erinnert mich an einen "wilden" Jam und die depressive Stimmung geht mir nach der Hälfte des Songs gewaltig auf den Zeiger. Das völlige Chaos, das SO IS THE TONGUE beim abschließenden fast 14-minütigen "You're Nobody" veranstalten, hat meiner Meinung nach, fast gar nix mehr mit Musik zu tun. Und treibt die Wertung gewaltig nach unten. Denn bei knapp 43 Minuten Spielzeit sind halt vielleicht 20 Minuten ohne Drogen kosumierbar, der Rest ist zwar handwerklich gut gemacht und auch sauber produziert, überfordert mich jedoch heillos. Sorry, "A Child Of Divorce" ist absolut nicht mein Ding.
Markus
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