Rockingboy Banner
loudproud1

Ab sofort präsentieren wir jeden Montag ab
20.00 Uhr ein redaktionell geprüftes Album mit 3 Songs beim Internet Radio
www-rock-schmiede.de.
DJ Oldwoodstock wird euch außerdem mit weiteren Schmankerln einheizen.

Flyer-Paranoid

Außerdem gibt es jeden Mittwoch ab
 20.00 Uhr einen von uns ausgewählten Song aus einem brandaktuellen Album auf
www.radio-paranoid.net.
In der Heart N Heavy Sendung des großartigen DJ GeneralCuster. Auch hier heißt es unbedingt reinhören!

Silver Lake - Same

Band: Silver Lake
Album: Silver Lake
Spielzeit: 44:50 min.
Plattenfirma/ Vertrieb: SG Records/7Hard
Homepage: www.silverlake5.com
VÖ: 14.01.2011
Wertung: 8 von 10
Die italienischen, melodischen Power Metal Bands stehen nicht immer für Eigenständigkeit und/oder versuchen es RHAPSODY OF FIRE nachzueifern. Damit treffen sie nicht immer meinen Musikgeschmack und so war ich auch bei SILVER LAKE erstmal skeptisch, als ich die sehr knappe Bandbiografie gelesen habe.

Die Band fing 2003, unter einen anderen Namen und als reine Coverband an und 2007 entschieden sich die Jungs zu einer Umfirmierung in SILVER LAKE. Das Line-Up setzt sich zusammen aus:

Davide Bertozzi - Vocals
Luigi Rignanese - Bass
Riccardo Fabbri - Keyboards
Giovanni Matichecchia - Guitars
Andrea Urbinati - Drums

Diese Skepsis legte sich aber schnell, als ich den ersten Sounddurchlauf gestartet habe. SILVER LAKE beziehen ihre Einflüsse ganz klar vom melodischen Power Metal und erinnern, bei den straighteren Nummern, teilweise an ANGRA. Dies ist aber nur das eine Gesicht der Band, denn neben den eingängigen Einflüssen hören die Jungs auch sehr gerne Progressive Metal und lassen diesen sehr geschickt in ihren Gesamtsound einfließen. Mit Sicherheit sind die Progressive Metal Götter DREAM THEATER ein ganz großer Inspirationsgeber. Aber die SILVER LAKE Kompositionen verfügen über genügend Eigenständigkeit, um nicht als bloßes Plagiat einer der von mir oben genannten Vergleichsbands, abgetan zu werden.

Mit Davide Bertozzi verfügt die Band über einen Sänger mit einer kräftigen, variantenreichen und einprägsamen Stimme, welche über ein breites Klangspektrum verfügt. Ein weiterer Pluspunkt, denn ausgerechnet im Prog Metal Genre geht mir der teilweise hohe Gesang von so manchen Sängern gehörig auf die Nerven.

SILVER LAKE verstehen es vortrefflich, progressive Soundstrukturen in ihrem Material zu verarbeiten, ohne dass diese auch nur einen Moment nach Reißbrettkompositionen klingen. Sie verhindern es in ihren Stücken geschickt, dass sich der rote Faden in selbstgefälligem Gefrickel auflöst und dadurch die Songs zu sehr an Nachvollziehbarkeit verlieren.

Gleich der erste Song „Before The Storm“ lässt ihre Vorliebe für DREAM THEATER durchschimmern. Besonders der Keyboardsound gleich zu Anfang lässt einen sofort an DT denken.
Für einen Moment stockte mir schon ein bisschen der Atem, als ich das erste Mal den Song „Break“ hörte. Das Instrumental beginnt wahrlich harmlos und mutiert mit laufender Spielzeit zu einem Prog Metal Monster, welchen DT und Konsorten nicht besser hinkriegen würden. Der Song ist bestens durchdacht, die Rhythmussektion harmonisiert glänzend und SILVER LAKE entfachen ein Prog Metal Feuerwerk, das 05:37 min. anhält. Kaum ist der Song vorbei und man hofft auf eine kleine Erholungspause von dieser Gehirnreise, kommt auch schon der nächste Hammer. Bei weitem nicht so progressiv, aber in Form von „Life“ servieren uns SILVER LAKE einen phantastischen Midtempo Rocker, der von Michele Luppi (VISION DIVINE) komponiert wurde. Mit dem SKID ROW Klassiker „Slave To The Grind“ erfolgt nun die erste und einzige Erholungspause. Aber auch diese Nummer ist respektabel umgesetzt. Nun ist es aber komplett vorbei mit der Schonzeit, denn jetzt packen SILVER LAKE ihr komplettes Können aus und die letzten 3 Songs (6. „Holy Affinity“, 7. „Meet You Again“ und 8. „Silver Lake“) verlangen dem Hörer jetzt alles ab. Erstklassiges Songwriting trifft auf kompetent vorgetragenen melodischen Prog Metal mit einer hektischen und verworrenen Schlagseite bei „Holy Affinity. „Meet You Again“ lässt den Hörer dann wieder zu Luft kommen. Die Ballade lebt von Bertozzi's Gesang und der tollen Piano Untermalung. Es herrscht eine sehr melancholische Atmosphäre … einfach wundervoll umgesetzt. Bei „Silver Lake“ holt die Band wieder die komplette Progressive Keule heraus. Ein ganz starker Song. Gitarre und Keyboard stehen als gleichwertige Komponenten im Mittelpunkt und schaffen das Grundgerüst für diesen Track.

SILVER LAKE haben ein sehr beachtliches Debüt, in der Schnittmenge von ANGRA und DREAM THEATER, herausgebracht und dürften auch Anhängern dieser beiden Bands sehr gefallen. Wem ANGRA teilweise zu gradlinig und DT zu vertrackt sind, sollte hier unbedingt ein Ohr riskieren. Trotz der von mir immer wieder herbeigezogenen Vergleichsbands, möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass SILVER LAKE über ein gehöriges Maß an Eigenständigkeit und Können verfügen und es sich keineswegs um eine Band handelt, die sich nur auf das kopieren von schon existierenden Sounds beschränkt.

Eine tolle Erstleistung, die sich 8 Punkte redlich verdient hat.
Götz

Site Search Site Search