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Band: Seidr Album: For Winter Fire Spielzeit: 65:29min. Plattenfirma: Flenser Records Veröffentlichung: 7.Juni 2011 Homepage: www.facebook.com/pages/Seidr/167176866665923?ref=ts WERTUNG: 8 von 10
„We play slow. Some times it takes a long time to say something worth saying.“ ...mehr als diese Worte müssen eigentlich gar nicht gesagt werden um den Stil einer Band zu beschreiben. Erst recht nicht wenn sie aus dem Mund der Musiker selber stammen.
Nach zwei Demos und einer EP präsentieren uns die US-Doomer SEIDR aus Kentucky jetzt ihren ersten Longplayer FOR WINTER FIRE. Leute, lasst Euch eins gesagt sein...wenn Ihr auf Drone/Doom Metal der besseren Sorte steht, sei Euch dieses Werk wärmstens ans metallische Herz gelegt. SEIDR haben ein Werk voller Gegensätzlichkeiten geschaffen. Der Hörer durchlebt bereits im Opener „A Vision Of Hlidskjalf“ ein ständiges Wechselspiel der Gefühle, Himmel und Hölle. Die tief gestimmten Gitarren des Multiinstrumentalisten (Guitar, Drums, Keyboards, Vocals) A.Lunn, im Einklang mit Jack Hannert, der sich 65 Minuten lang die Seele aus dem Leib röchelt auf der einen Seite und butterweiche Chöre auf der anderen Seite. Bathory und Tiamat (Wildhoney) lassen hier und da grüßen. Besagter Song läuft bei mir übrigens momentan auf Dauerrotation, soviel nur dazu...
Dann die Wende. Vorbei alle Herrlichkeit. Drone....Funeral-Doom.....Hölle. Innerhalb von 12 Minuten verwandelt „On The Shoulders Of The Gods“ die Angelegenheit in ein abgrundtief grunzendes, finsteres Etwas. Aber auch hier dermaßen konsequent, daß ich den Musikern deren Ernsthaftigkeit jederzeit abnehme. Die mit starkem Hall abgemischten Drums und die sich ständig abwechselnden Growls von Lunn/Hannert, verleihen dem Ganzen dann noch eine sehr spezielle Atmosphäre. So oder ähnlich geht es weiter. Insgesamt bieten SEIDR kein besonders innovatives, jedoch hochinteressantes Werk ab. Wer die Ruhe hat darf sich FOR WINTER FIRE auch schon mal in aller Ruhe auf dem heimischen Sofa reinziehen, denn die ruhigen Passagen der sieben Songs verleiten Anhängern dieser Metal-Spielart durchaus schon mal zum Träumen. Inhaltlich geht es bei SEIDR durch die Bank um Germanische/Nordische Mythologien und Naturthemen.
Aus „A Vision Of Hlidskjalf:
„A vision from Hlidskjalf. Sacrificed unto himself upon the windswept tree. For 9 days, bread no one gave him, nor horn to drink. Gungir pierced his sacrifice. From the tree the branches did fall. Grasping the runes, wailing in pain for those that hear his call. All father, Helmed god, Strife sturner, Fimbultyr, One eyed god of wisdom and war, Wotan, Grimnir, Rider of sleipnir, Elder god of forgotten lore: ODIN!“ Es muss wohl nicht extra betont werden daß man ohne Textblatt kein Wort davon verstanden hätte... Treibende Kraft hinter alldem ist Austin Lunn, Hauptsongwriter und Insidern bekannt als „Austin Lundr“ oder einfach „A“, einigen von Euch auch bekannt durch seine Black Metal One-Man Show PANOPTICON.
FOR WINTER FIRE fällt zum Ende mit „A Gaze at the Stars“ ein wenig ab...doch im abschliessenden 14-minütigen „Stream Keeper“ vereint die Band nochmal alle vorangegangenen Eindrücke zu einem höchst würdigen Abschluss einer tollen Platte.
Ob SEIDR mit ihrer Musik jemals aus dem Untergrund hervortreten werden ist fraglich, ebenso fraglich ist allerdings ob wir ohne diesen überhaupt in den Genuss solcher Randgruppenmucke kommen würden... Anspieltipps: A Vision From Hlidskjalf, In The Ashes, Stream Keeper
Trackliste:
1. A Vision From Hlidskjalf 2. On The Shoulders Of The Gods 3. Sweltering 4. In The Ashes 5. The Night Sky And The Wild Hun 6. A Gaze At The Stars 7. Stream Keeper
Bernd
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