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secret_illusion-illusion - cover

Band: Secret Illusion
Album: Illusion
Spielzeit: 48:05 min.
Plattenfirma: Rising Records
Veröffentlichung: 05.08.2011
Homepage: www.myspace.com/secretillusionband
WERTUNG: 8 von 10

Besonders im Melodic/ Symphonic Metal Genre ist es heutzutage wirklich sehr schwer noch Akzente zu setzen und, aus der schier unendlichen Zahl an Gruppen, die aus dem Boden sprießen, besonders herauszustechen. Aus dem Land des Pleitegeiers (Griechenland) kommt die Band SECRET ILLUSION und begeistert mich mit ihrer Mucke. Sie sind soundtechnisch gar nicht soweit von den Landsmännern FIREWIND entfernt. Beide Bands fühlen sich vom skandinavischen, vor allem schwedischen, Melodic Metal beeinflusst. SI gehen aber noch einen gewaltigen Schritt weiter in die melodische Ausrichtung. Der stets symphonische Metal wird zusätzlich mit melodischen Hardrock Einschübe angereichert.

Auf ihrem Debüt „Illusion“ haben die Griechen ausschließlich älteres Material verwertet und in der Zwischenzeit hat sich das Bandkarussell gedreht. Sänger Tassos wurde kurz vor der Veröffentlichung durch den Gesangslehrer Dimitris Giannakos ersetzt, welchen der Gitarrist Filippos über Facebook und YouTube entdeckte. Etwas kritisch finde ich die Aussage, welche der griechische Gitarrist, ca. 3 Wochen nachdem man die Trennung von Tassos bekannt gab, bezüglich des neuen Mikroartisten tätigte:
„I was convised that he's the right guy for the "singer-position" of Secret Illusion, if the time comes. So... the time came and we all looking forward on working together!!!“
Das spricht nicht gerade für eine beidseitig gewollte Trennung und lässt einen Außenstehenden vermuten, daß in der Vergangenheit mächtig viel Unzufriedenheit, bezüglich Tassos Gesangs herrschte. Sollte dies ausschlaggebend gewesen sein, kann ich diesen Punkt nicht teilen, da der ehemalige Sänger, in meinen Ohren, einen guten Job auf „Illusion“ abgeliefert hat.

Auf dem Album sind zu hören:
Tassos - Gesang
Filippos - Gitarre
Dimitris - Bass
Gus - Keyboard
Chris – Schlagzeug

SECRET ILLUSION überzeugen auf ihrem Debüt mit einem sehr druckvollen und glasklaren Sound und erinnern mich teilweise an die alten HELLOWEEN, STRATOVARIUS und FIREWIND. Ihr stets melodiöser Sound ist mit genügend heavyness versehen und die Griechen verfügen, mit Filippos, über einen kraftvoll aufspielenden Gitarristen. Ihre Songs liegen meistens im Midtempo Bereich und ab und an wird mal schön in schnellere Gefilden vorgedrungen. Ich muss sagen, dass mir SI dann am besten Gefallen, wenn sie schnelleres Material von sich geben, denn dann steigt das Stimmungsbarometer mächtig nach oben. Wie es beim symphonisch ausgerichteten Metal schon fast üblich ist, wird natürlich auch ein Keyboard eingesetzt, welches zwar fast immer präsent ist, sich aber nicht unangenehm in den Vordergrund drängelt. Die größte Stärke liegt/lag im Gesang von Tassos. Seine Leistung gefällt mir recht gut, da er sehr varianten- und abwechslungsreich agiert. Seine Stimme ist grundsätzlich in der mittleren Tonlage gehalten, wobei es auch Ausflüge in die höheren Gefilden gibt. Den einzigen Kritikpunkt liefert das wirklich furchtbar an Kitsch und Epos überladene „Serenity“. Bei der Nummer stimmt einfach gar nichts und man kann der Gruppe nicht nur eine schlechte Leistung des Sängers vorwerfen, sondern auch von der kompositorischen Seite ist der Song einfach nur übel. Die Nummer ist schon wieder so schwach, dass es schon amüsant ist, sich diesen vertonten Zuckerschock anzuhören. Außer den von mir genannte Song, gibt es auf „Illusion“ keinen weiteren songschreiberischen/ gesanglichen Totalausfall und die Jungs zeigen, dass sie durchaus gute Songs schreiben können, bei denen der melodische/ symphonische Aspekt im Vordergrund steht.

Mit „Silent Voices“ präsentieren uns die Südländer eine kleine Stimmungsgranate. Der Song pendelt zwischen Midtempo und Uptempo Passagen und Filippos klassisch angehauchtes und melodisches Spiel macht die Nummer wirklich sehr hörenswert. Bei der Nummer „Echoes In The Shadows“ überrascht den Hörer eine schön sägende Gitarre bevor der Song sich als eine super abwechslungsreiche orchestrale/ symphonische Nummer entpuppt, bei der Tassos gesanglich brilliert. Es ist auch die Nummer, welche die starke Gesamtleistung der Gruppe hervorhebt. „The Light On Your Way“ zaubert mir ein breites Grinsen ins Gesicht. Die etwas schnellere Nummer bietet tollen, melodischen Metal, der mich an HELLOWEEN's Keeper Alben erinnert und einfach nur Spaß macht. Gus setzt sein Tasteninstrument sehr intelligent ein und ich kann mir diesen Song, ohne sein Spiel, gar nicht mehr vorstellen. Nach dem sehr kurzen und leider auch sehr fiesen Instrumentaltrack „Beauty Of A Lie“ folgt mit „Endless Flight“ eine weitere Nummer, die mir mehr zusagt und aufzeigt, über was für ein variables Organ Sänger Tassos verfügt. Das Highlight haben sich SI für den Schluss aufgehoben. Der Titelsong ist eine sehr geile, schnellere Nummer, die den Speedanteil mit der symphonischen Ausrichtung kombiniert und auf der die Band noch einmal beweisen kann, dass sie wirklich gute Musiker sind.

Ich fühlte mich sehr gut unterhalten und „Illusion“ ist ein grundsolides Debüt im Bereich Melodic Metal. Wer STRATOVARIUS, FIREWIND und HELLOWEEN Scheiben im Regal stehen hat, sollte unbedingt zum Plattendealer rennen und dafür sorgen, dass SECRET ILLUSION die Sammlung erweitern. Das Können haben die Griechen, gute Songs schreiben sie auch und jetzt bleibt nur abzuwarten, wie ihr Debütalbum von Presse und Fans aufgenommen wird.

Von meiner Seite gibt es 8 starke Punkte und ich bin gespannt, ob die Band dieses gute Niveau halten kann.

Trackliste:
1. Silent Voices
2. Hold On Forever
3. Echoes In The Shadows
4. Loneliness
5. The Light On Your Way
6. Beauty Of A Lie
7. Endless Flight
8. Serenity
9. Illusion

Götz

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