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Band: Pat Travers Band
Album: Boom Boom – Live at the Diamond, Tornonto 1990 – CD oder DVD
Spielzeit: ca. 69:12 min.
Plattenfirma/ Vertrieb: earMUSIC
Homepage: www.pattravers.com oder www.myspace.com/officialpattravers
VÖ: 25.02.2011
Wertung: 9 von 10
Hmm... vielleicht möchte die PAT TRAVERS ins Guinessbuch der Rekorde, denn mir fällt momentan keine weitere Formation ein, die sooft „Boom Boom ...“ als Bestandteil eines  Albumtitels verwendet, wie die Herrschaften.

Dies sei aber nur am Rande erwähnt. PAT TRAVERS und seine Mannen spielen schon seit mehr als 3 Jahrzehnte erdigen, bluesigen Hard Rock – wobei der bluesige Anteil erst ab dem phantastischen „School of  hard Knocks“ Album (1990) dazu kam.

Genau aus dieser Zeit stammt auch das vorliegende Livealbum/DVD (beide Releases erscheinen separat voneinander) und präsentiert uns eine frisch aufspielende Band, welche in ihrer Heimatstadt Toronto vor einige hundert Nasen aufspielte. Manche der etwas reiferen Leser werden sich jetzt am Kopf kratzen und sich denken, dass ihnen das sehr bekannt vorkommt. Richtig! Bei „ Boom Boom – Live at the Diamond, Tornonto 1990” handelt es sich um die Neuauflage der bereits 2005/2006 veröffentlichten Live CD/DVD.

Das Label hat es sich besonders einfach gemacht. Die Neuauflage wirkt lieblos zusammengeschustert. Die mir vorliegende Version beinhaltet das identische Material und bietet keine weiteren Überraschungen. Es gibt kein Bonusmaterial, weder Pics, noch Interviews und jeder, der schon den/die vor einigen Jahren erschienenen Silberling/DVD sein Eigen nennt, kann aufhören zu lesen.

1990 wurde TRAVERS von folgenden Musikern unterstützt:
Peter Cowling - Bass
Jerry Riggs - Guitar, Vocals
Scott Zymowski - Drums

Musikalisch bietet das Livedokument Hard Rock der Spitzenklasse und zeigt eine prächtig aufeinander eingespielte Band. An diesem Abend in Toronto bekam das Publikum einen tollen Livemix aus älteren, Hard Rock dominierenden Nummern und Material des gerade erschienenen „School of hard Knocks“ geboten.  PAT TRAVERS ist zwar kein begnadeter Sänger, aber seine rauchige, tiefe Stimme passt bestens zum harten Sound der Band und kommt verdammt gut bei dem bluesigeren Material zur Geltung. Sein Gitarrenspiel ist über jeden Zweifel erhaben und es wundert mich, dass er und seine Band nie den großen Durchbruch geschafft haben. An der musikalischen Klasse kann es nicht gelegen haben. Auch die Band beherrscht ihre Instrumente vorzüglich und bietet ein wirklich erfrischendes und verdammt hart rockendes Liveset.

Die Band bewies an dem Abend ein perfektes Händchen für die Songauswahl. TRAVERS röhrt sich mehr durch das Liveset als das er singt, aber genau das erwarte ich auch von so einer Band. „Hmm, der Ton passt nicht --- EGAL und weiter geht's!“ Urwüchsiges Rockmaterial wird geboten. Gleich der bluesige Rocker „Snortin' Whiskey“ wird so wuchtig dargeboten, dass man das Original fast nicht wiedererkennt und der PAT TRAVERS BAND die immense Spielfreude sofort anmerkt. Diese zieht sich wie ein roter Faden durch den ganzen Abend und lässt einen begeisterten Hörer zurück. Zu den weiteren Highlights gehört der wuchtige Rocker „What'cha gonna do without me“ welcher mich sofort mitwippen lässt, das treibende „Daddy long legs“, das krachende, bluesige „Heat in the street“, das phantastische „Stevie“, bei dem Herr TRAVERS ausgiebig zeigt, was er alles an seinem Instrument kann, das stampfende Blues Rock Stück „School of hart knocks“ und natürlich den Song, den man automatisch mit PAT TRAVERS in Verbindung bringt -  „Boom Boom (Out go the light)… Eigentlich ist „Boom Boom – Live at the Diamond“ ein Live Best Of Album ohne auch nur eine Schwäche!

Trackliste:
1.Snortin' Whiskey
2. Life In London
3. I La La Love You
4. Getting Betta
5. Wat'cha Gonna Do Without Me
6. Daddy Long Legs
7. Heat In The Street
8. School Of Hard Knocks
9. Help Me
10. Stevie
11. Ready Or Not
12. Boom Boom (Out Go The Lights)
13. Born Under A Bad Sign
14. Guitars From Hell

Wer sich für die DVD Version entscheidet, wird an manchen Stellen schon schmunzeln, denn das Outfit der Band ist sehr stark von der Mode der damaligen Zeit geprägt. Goldenes Sakko, Rüschenhemdchen, Dauerwellen etc. etc. etc. alles inklusive.
Ansonsten bietet die DVD, neben dem Livematerial, keine besonderen visuellen Highlights, denn die Band verzichtet fast vollkommen auf technischen Schnick Schnack oder wildes Herumgerenne auf der Bühne.

Mir gefallen beide Versionen, wobei momentan die DVD mehr zum Einsatz kommt, da ich die herrlich erfrischende Performance der Band, visuell bevorzuge.

Für mich ist es unverständlich warum earMUSIC so wenig wert auf zusätzliches Bonusmaterial gelegt haben, denn das schmälert den Anreiz sich die DVD ins Regal zu stellen. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass sie ohne viel Aufwand noch ein paar Flocken machen wollen. Anders kann ich mir die Veröffentlichungspolitik nicht erklären. Was hätte dagegen gesprochen das Album als ein CD/DVD Bundle zu veröffentlichen? Dann wäre der Umstand des fehlenden Extramaterials auch nicht so ins Gewicht gefallen.

Für den musikalischen Inhalt kann ich nichts anderes als eine glatte 9 vergeben und lasse nicht meine Verärgerung über das Label mit einfließen.
Götz
 

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