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Soso, OUT OF SEASON kommen also aus dem beschaulichen Stuttgart und sind von einer Punkband zum Metal mutiert, lässt mich die Presseinfo wissen. Der nächste Satz verwundert dann aber doch: Jetzt legen OUT OF SEASON ihre erste Longplay in deutscher Sprache vor. Erstens: Was ist ein Longplay? Und zweitens sind nur die ersten 8 Tracks auf Deutsch, die restlichen 4 sind in Englisch gehalten. Und drei davon sind einfach nur vom 2005er Album „Sunday Morning“ recycelt worden. Woher „Never Is A Long Time“ stammt, konnte ich auf die Schnelle nicht herausfinden. Allerdings bin ich kein großer Freund von dieser Art von Recycling. Noch dazu hört es sich nicht an, als ob die Stücke zumindest remastered wurden. Kommen wir aber nun zu den neuen Stücken. Der erste Track „Überleben“ beginnt mit echt coolen Gitarren, handwerklich ist hier alles im absolut grünen Bereich. Auch der Gesang von Frontmann Nicola Carriere schafft es Emotionen zu transportieren, nur manchmal leider die falschen. Warum gerade Textstellen wie: „an die schönen Momente..bei Kerzenschein“ rausgerotzt werden, während davor und danach gesungen wird und Melodie groß geschrieben wird, verstehe wer will. Kommen wir gleich zum zweiten großen Kritikpunkt: Die Texte empfinde ich echt als furchtbar. Da braten die Gitarren, die Drums poltern und es wird ständig von Liebeskummer gesungen. Und Zeilen wie „Ich hab Dich neben mir vermisst. Wie gerne hätte ich dich heute geküsst, Baby“ passen nicht zu harten Gitarren, sorry. Am schlimmsten ist der „Plitsch-Platsch der Asphalt wird nass“-Teil, der glücklicherweise im Booklet „vergessen“ wurde. Und das Konzept zieht sich durch sämtliche deutschen Stücke. Schade. Denn die Melodien sind teilweise gefällig, die Stücke halbwegs gut komponiert. Aber eben alles nur ordentlich und nichts bleibt wirklich hängen. Da fehlen irgendwie die Überraschungen. Zu oft habe ich das Gefühl, das wäre alles nach Schema F aufgebaut. Anspieltipps kann ich nicht mal wirklich nennen, am besten gelungen ist noch „Was Willst Du?“ geworden, doch genau das frage ich mich beim gesamten Album: Was wollen OUT OF SEASON sein? Wenn man ein Kopfkino erschaffen möchte, möchte ich keine Seifenoper sehen. Und die Screams und Growls, die manchmal auftauchen, sollte man in meinen Augen auch lieber weglassen. Mehr als Durchschnitt ist da wirklich nicht drin, trotz der paar guten Gitarrenriffs.
Markus
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