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In der Heart N Heavy Sendung des großartigen DJ GeneralCuster. Auch hier heißt es unbedingt reinhören!

orange_goblin

Band: Orange Goblin
Album: Rise Above albums remastered + Bonustracks
Spielzeit:??? min.
Plattenfirma/ Vertrieb: Rise Above Records/Soulfood
Homepage: www.orange-goblin.com
VÖ: 2010
Wertung: 8 von 10 und absolute Pflicht für alle Stoner Rock Heads!

Ach Mönsch, ich habe echt Pippi in den Augen! Rise Above haben die ersten fünf Scheibletten der britischen Stoner Rock Kings wiederveröffentlicht (nein, ELECTRIC WIZARD sind zwar mit ihrem Stoner/Doom Metal eine Macht, kommen aber nicht an OG heran!) und zaubern mir dadurch ein fettes Grinsen in mein Gesicht.

Die Band lärmt seit 1995 unter den Namen ORANGE GOBLIN herum (davor unter dem Bandnamen OUR HAUNTED KINGDOM) und konnte schon auf ausgiebigen Touren mit MONSTER MAGNET, ELECTRIC WIZARD, QOTA etc. überzeugen. Im Dezember 2010 feierten sie ihren 15 jährigen Bandgeburtstag und ließen es schön auf der Bühne krachen. Eröffnen durften den Gig die phantastischen FIREBIRD.

Momentan besteht OG aus:
Vocals: Ben Ward
Gitarre: Joe Hoare
Bass: Martyn Millard
Drums: Chris Turner

Mir fehlt leider die Info, ob die CD's einzeln oder als Boxset veröffentlicht werden, aber ist ja eigentlich auch CURRYWURST, denn man sollte entweder die Originale oder jetzt die remasterten Versionen im CD Schrank stehen haben. Die Veröffentlichungen machen Sinn, da einige Alben der Stoner Kings eine längere Zeit nicht mehr gepresst wurden und dadurch länger vergriffen waren.

Jetzt kann man sich schön entspannt in seinen Sessel zurücklehnen und OG genießen. Denn jetzt muss  man sich ja keinen Kopf mehr darum machen, wie man ohne viel Aufwand an älteren Stoff der Band gelangt.

Den Reigen eröffnet das Debütalbum „Frequencies from Planet Ten“ und bietet ungehobelten Stoner Rock, der immer wieder sehr stark an BLACK SABBATH erinnert und eine Menge Psychedelic Rock Bands als Einfluss hat. Auf dem ganzen Album werden auch die Classic Rock Verweise stark in den Vordergrund gestellt.  Als absolute Highlights stellen sich die beiden Stoner „The Astral Project“ „Aquantic Fanatic“ und das  psychedelische „Land Of The Secret Dreams“ heraus. Die Remastered Version enthält noch 3 Bonustracks, wobei „Black Shapes Of Doom“ die restlichen Tracks regelrecht degradiert. Das genialste TROUBLE Cover (Doom Metal Götter!), welches ich je gehört habe.

Tracklist:
1. THE ASTRAL PROJECT 2. MAGIC CARPET 3. SARUMAN'S WISH 4. SONG OF THE PURPLE MUSHROOM FISH 5. AQUATIC FANATIC 6. LOTHLORIAN 7. LAND OF SECRET DREAMS 8. ORANGE GOBLIN 9. STAR SHAPED CLOUD
BONUS TRACKS: 10. SARUMAN'S WISH (DEMO VERSION) 11. AQUATIC FANATIC (DEMO VERSION) 12. BLACK SHAPES OF DOOM

Kurz und knapp: 8 Punkte

Ein Jahr später (1998) erschien bereits der Zweitling „Time Travelling Blues“ und war sehr viele Jahre vergriffen. Für mich gehört das Album noch heute zu einer der besten Stoner Rock Veröffentlichungen überhaupt. Die Produktion ist viel druckvoller und das gesamte Zusammenspiel der Band wirkt sehr ausgereift. Musikalisch wird der rote Faden des Debüts weiterhin aufgenommen, wobei die Kompositionen um ein vielfaches stärker ausgefallen sind. Das Songmaterial ist variabler arrangiert und man bekommt des öfteren auch mal ruhigere, teilweise schon relaxte Parts geboten. Natürlich darf die Tüte Psychedelic Rock nicht fehlen. Die Rhythmussektion spielt hart und knochentrocken. Ward röhrt sich die Seele aus dem Leib und die seligen 70er Jahre sind durch den Einsatz der Hammondorgel immer wieder presänt. Als Highlights stellen sich der Opener „Blue Snow“, „The Man Who Invented Time“ und der ÜBERGROOVER „Shine“ heraus. Sie setzen auch wieder ihre Tradition fort und hauen mit „Hand Of Doom“ (BLACK SABBATH) wieder ein tolles Cover in die Runde.

Tracklist:
1. BLUE SNOW 2. SOLARISPHERE 3. SHINE 4. THE MAN WHO INVENTED TIME 5. DIESEL (PHUNT)
6. SNAIL HOOK 7. NUCLEAR GURU 8. LUNARVILLE 7, AIRLOCK 3 9. TIME TRAVELLING BLUES
BONUS TRACKS: 10. NUCLEAR GURU (MAN'S RUIN VER.) 11. BLUE SNOW (LIVE AT THE BBC) 12. HAND OF DOOM

„Time Travelling Blues“ ist ein „must have“ und gehört in jede Sammlung eines Stoner Rock Maniacs.

Ganz fette 9 Punkte!

„The Big Black“ (2000) ist eher eine Rückbesinnung an OG's Anfangstage und kommt dementsprechend auch wieder räudiger und roher um die Ecke, als noch der phantastische Vorgänger. Auch produktionstechnisch ist die Band einen Schritt zurückgegangen und hat sich einen sehr erdigen Sound von Billy Anderson (u.a. NEUROSIS und SLEEP) verpassen lassen. Das Material ist, wie auch schon auf dem Erstling, urwüchsiger und direkter. Für meinen Geschmack war dieser Rückschritt nicht die beste Lösung und man hätte lieber die Schiene von „Time Travelling Blues“ weiter verfolgen sollen. Der gesamte Sound von „The Big Black“ ist mir zu basslastig ausgefallen. Zu den Highlights zählen das schnelle „Quincy The Pigboy“ und  das psychedelische, hart groovende „Cozmo Bozo“. Wie auch schon auf dem Zweitling bieten OG uns wieder eine superbe BLACK SABBATH Coverversion (Into The Void) an.

Tracklist:
1 .SCORPIONICA 2. QUINCY THE PIGBOY 3. HOT MAGIC, RED PLANET 4. COZMO BOZO 5. 298 KG
6. TURBO EFFALUNT (ELEPHANT) 7. KING OF THE HORNETS 8. YOULL NEVER GET TO THE MOON IN THAT 9. ALCOFUEL 10. THE BIG BLACK
BONUS TRACKS: 11. QUINCY THE PIGBOY (ALTERNATIVE VERSION) 12. SCORPIONICA (LIVE AT THE BBC) 13. INTO THE VOID

Da „The Big Black“ in keinster Weise mit dem genialen Vorgänger mithalten kann und eher mit dem Erstling vergleichbar ist, gibt es für das Album knappe 8 Punkte.

„Coup de Grace“ (2002) wurde vom Doom Gott Scott Reeder (KYUSS/OBSESSED) produziert und ist für mich definitiv eins der schwächsten ORANGE GOBLIN Outputs. Die Psychedelic Rock Elemente sind komplett über Bord geschmissen worden und es wird, am Anfang, fast kontinuierlich auf das Gaspedal getreten. Dadurch leidet natürlich die Abwechslung und das Album droht schnell eintönig zu werden. OG schaffen es gerade so, ab der Mitte der Platte, sich wieder auf ihre Stärken zu besinnen und bekommen gerade noch die Kurve. Ab der Hälfte von „CdG“ schaffen sie es sogar teilweise an „Time Travelling Blues“ vom Songwriting her, anzuknüpfen. Am Sound gibt es nichts zu meckern und auch die Leistung der Band ist durchgehend gut. Positiv fallen mir das etwas variantenreichere „Rage Of Angels“ und das schleppende „Made Of Rats“ auf, wobei der Track durch den tollen Gesang von John Garcia bei mir punkten kann. Der Song wertet das Album richtig auf. Es ist wirklich verblüffend, denn die Jungs schaffen es erneut durch eine superbe Coverversion mit ein bisschen zu entschädigen. „Freelance Fiend“ (LEAF HOUND) ist eine wirklich tolle Nummer geworden.

Tracklist:
1.YOUR WORLD WILL HATE THIS 2. MONKEY PANIC 3. RAGE OF ANGELS 4. MADE OF RATS 5.WHISKEY LEECH 6. GETTING HIGH ON THE BAD TIMES 7. GRAVITON 8. RED WEB 9. BORN WITH BIG HANDS 10. JESUS BEATER 11. WE BITE 12. STINKIN' O' GIN
BONUS TRACKS: 13. NO LAW 14. NO CLASS 15. FREELANCE FIEND

Diesmal kommen ORANGE GOBLIN nicht so glimpflich davon. Nur 6,5 Punkte für eine Platte, die durchaus auch tolle Momente hat, aber um richtig gut zu sein haben sie halt, besonders bei den ersten Songs, zu wenig geboten.

Ach, schau an! Die Kameraden beweisen,dass sie es doch noch können. „Thieving From the House of God“  (2004) ist wieder ein tolles Album geworden. Demjenigen, welcher der Band einfach mal geraten hat, alle Vorzüge ihrer bisherigen Releases auf einem Album miteinander zu verbinden, gehört ein Orden verliehen.
Die Jungs spielen wieder ihren räudigen und rohen Stoner Rock und verbinden diesen endlich mit gut arrangierten Songs. OG gehen wieder, wie zu „Time Travelling Blues“ Zeiten, voller Ideen ans Werk. Des weiteren besinnen sie sich auf die Classic und Psychedelic Rock Elemente in ihrem Sound. Die Produktion ist wieder positiv gut ausgefallen. Ben Ward röhrt wie ein Elch und man hört der Band die wiederentdeckte Spielfreude an. Diesmal werden eine Menge tolle Songs geboten. Das groovende „Round The Horses“, der 70er Jahre Rocker „Just Got Paid“, der Bluesrocker „Black Egg“ (mit einem phantastischen, souligen, weiblichen Background) und das The Damned Cover „New Rose“ lassen den schwachen Vorgänger ganz schnell vergessen.

Tracklist:
1. SOME YOU WIN, SOME YOU LOSE 2. ONE ROOM, ONE AXE, ONE OUTCOME 3. HARD LUCK
4. BLACK EGG 5. YOU'RE NOT THE ONE (WHO CAN SAVE ROCK 'N' ROLL) 6. IF IT AIN'T BROKE, BREAK IT 7. LAZY MARY 8. ROUND UP THE HORSES 9. TOSH LINES 10. JUST GOT PAID 11. CROWN OF LOCUSTS
BONUS TRACKS: 12. WHITE NIGHT CYANIDE 13. NEW ROSE 14. BAD BLUES

„Thieving From the House of God“ macht einfach mächtig viel Spaß und ist mir 8,5 Punkte wert.

Götz
 

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