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Wertung: 7,5 von 10

In Zeiten, in der eine gewisse Metal Band grenzdebil durch ihr aktuelles Video turnt und dem Zuschauer auch noch versucht, dieses als „Gute Laune“ Image zu verkaufen, schleicht sich still und heimlich eine fünfköpfige, englische Melodic Metal Band, mit ihrem Debütalbum, in meinen Player und beweist, dass man durch das Medium Musik (in diesem Fall Metal) gute Laune verbreiten kann, ohne sich visuell als Vollpfosten zu disqualifizieren. NEONFLY konnten in der Vergangenheit schon einiges an Aufmerksamkeit ernten, obwohl sie noch kein reguläres Album auf den Markt gebracht hatten. Dies ist u. a. dem Sachverhalt zu verdanken, dass es ihr Song „Ships With No Sails“ auf das begehrte Konsolenspiel „Rock Band“ geschafft hat. Mit dem Album „Outshine The Sun“ unterstreichen sie den Status einer ernstzunehmenden Band. Mit ihrer Mischung aus Hardrock und Melodic Metal schaffen es die Jungs, ein gute Laune Feeling durch ihre Songs zu transportieren und haben es gar nicht nötig, irgendwelche Albernheiten im Sound mit einzubinden.

Die Band wurde vor 3 Jahren gegründet und auf ihrer Debüt EP "Clever Disguise“ erhielten sie Unterstützung durch Tony Mills (TNT, ex - SHY, SERPENTINE). Nach erfolgreichem touren mit H.E.A.T. und FREEDOM CALL trennte man sich vom damaligen Sänger. In Willy Norton fand man schnell einen Ersatz, den man ganz getrost als einen sehr hoffnungsvollen und stimmgewaltigen Shouter bezeichnen kann. Mit dieser charismatischen Stimme steckt er ganz locker das Groß der Melodic Metal Sänger in die Tasche.

Die Band besteht aus:
Willy Norton – Gesang
Frederick Thunder – Gitarre
Patrick Harrington – Gitarre
Paul Miller – Bass
Boris Le Gal – Schlagzeug

NEONFLY spielen sehr frischen Melodic Metal, der auch vom NWOBHM beeinflusst ist und manch moderneren Verweis nicht scheut. Die fünf Engländer schreiben Abwechslung ganz groß und verblüffen durch ein sehr vielseitiges Debüt. Auf dem Album sind melodiöse, schnelle Nummern genau so anzutreffen, wie gemäßigte, ruhigere oder modern klingende Songs. Sehr druckvoll/ kräftig ist auch die Produktion ausgefallen, für die Nick Savio (u.a. Power Quest) verantwortlich ist. Besonders die beiden Gitarristen Thunder und Harrington lassen immer wieder ihre Vorliebe für die EISERNEN JUNGFRAUEN durchschimmern. Einen festen Keyboarder haben die Jungs zwar nicht in ihrem Line-Up, aber das Instrument ist bei jedem Song vertreten. Der namentlich nicht aufgeführte Tastenmann geht absolut songdienlich vor und hält sich dezent zurück. Sänger Norton begeistert durch sein sehr kräftiges und teilweise hohes Organ, welches aber zu keiner Sekunde negativ auffällt. Auf der einen Seite der Medaille steht das musikalische Können, welches begeistert, aber wie sieht es mit den Kompositionen aus? Genau hier trübt sich der positive Gesamteindruck ein bisschen, leider. Versteht mich nicht falsch, denn die Songs sind nicht schlecht arrangiert und gut durchdacht, aber das was die Band noch nicht beherrscht ist, Songs zu schreiben, die auch beim Hörer im Ohr hängen bleiben. Es gibt nur 3 Songs, welche wirklich bei mir in der Erinnerung geblieben sind, die restlichen 8 Songs sind nett anzuhören, aber es fehlt hier noch an fine-tuning beim Songwriting.

Der Opener „Broken Wings“ gehört definitiv zu den Nummern, die beim Hörer hängen bleiben. Mit einem fast schon RUNNING WILD ähnlichem Gitarrenspiel am Anfang, begeistert diese schnelle und melodische Nummer. Besonders die Gitarristen und Sänger Norton verpassen dem Song einen schönen Kick. Natürlich muss man auch das bekannte „Ships With No Sails“ zu den absoluten Highlights zählen. Toller Melodic Metal, bei dem am Anfang, die Gitarren stark von IRON MAIDEN beeinflusst klingen und der Refrain sich im Ohr festsetzt. Danach folgen weitere tolle Songs, denen es aber, wie weiter oben schon beschrieben, etwas an Profil/ Wiedererkennungswert fehlt. Der Rausschmeißer versöhnt mich wieder. „I Think I Saw A U.F.O.“ ist ein flotter, eingängiger Rocker der mächtig Laune macht.

„Outshine The Sun“ ist ein ordentliches Debütalbum, dem es zuweilen aber noch an eigenem Profil mangelt. Musikalisch und gesanglich ist das Endresultat einfach klasse und verbreitet viel Spaß. Wenn NEONFLY Gas geben und zukünftig die Unzulänglichkeiten im Songwriting ausbügeln, prophezeie ich ihnen eine tolle Zukunft. Das Potential haben die fünf Engländer auf jeden Fall!

Mir ist das unterhaltsame Album 7,5 Punkte wert.

Götz

neonfly-ots cover

Info

Band: Neonfly
Album: Outshine The Sun
Spielzeit: 49:50 min.
Plattenfirma: Rising Records
Veröffentlichung: 19.08.2011
Homepage: www.neonfly.net/
 

Tracklist

1. Brocken Wings
2. The Enemy
3. Ships With No Sails
4. A Gift To Remember
5. The Revenant
6. The Ornament
7. Reality Shift
8. Spitting Blood
9. Morning Star
10. The Messenger
11. I Think I Saw A U.F.O.

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