 |
|
|
 |
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
MÖTLEY CRÜE, LOADED & BACKYARD BABIES
14.06.09, Zenith/München
|
|
|
|
 |
|
|
 |
|
|
|
|
|
|
 |
|
|
|
Angenehm was los war schon bei der Ankunft am Münchener Zenith so gegen 18:50 Uhr, hier sah man seit langem wieder einmal die ganzen Sleazer und Poser, die sich seit 1991 anscheinend in ihren Löchern versteckten, um die Grungephase zu überleben. Nun, diese Phase ist Gott sei Dank lange Geschichte und schön langsam kommt der Poserzug wieder ins Rollen, was viele neue Bands oder alte Götter eindrucksvoll beweisen. Natürlich lassen sich das auch die Herren aus Los Angeles nicht zweimal sagen, zumal man sich ja auf deutschen Bühnen enorm rar gemacht hat in den letzten 18 Jahren. Die illustre Truppe hat mit den BACKYARD BABIES und DUFF MC KAGAN´S LOADED zwei Kapellen mitgebracht, die, sagen wir einmal, nicht gerade den Erwartungen an einen schweißtriefenden Haarspray-Abend gerecht werden. Beide habe ich noch nicht live erlebt, aber speziell bei den BACKYARD BABIES kann ich mir eine energiegeladene Show durchaus vorstellen.
Selbige machen, wenn um 19:40 Uhr auch 20 Minuten zu früh, den Start in dieses Triple, enttäuschen aber glaube ich nicht nur mich ziemlich. Die Power der Songs, die auf den Alben gnadenlos nach vorne preschen, können die Schweden absolut nicht auf die Bühne bringen. Und so sind Hits wie „Minus Celsius“ oder „Highlights“ ziemlich wirkungslos und verlieren sich in der Dunkelheit. Nach 35 Minuten ist dann erwartungsgemäß auch Schicht im Schacht und das Set von LOADED wird vorbereitet.
Der (Wasserstoff-) Blondschopf hat vom Bass auf die Gitarre gewechselt und beginnt den Reigen gleich mit dem Titeltrack der neuen Scheiblette „Sick“. Um eines gleich vorweg zu nehmen, die Songs von LOADED bekamen zwar stets netten Applaus, Begeisterungsstürme lösten sie aber keineswegs aus, nur „So Fine“ von McKagan´s großer Vergangenheit GUNS´N ROSES und ein Medley von „Welcome To The Jungle“, „Paradise City“ und „It´s So Easy“ konnte die Meute wachrütteln. Ein durchschnittlicher Gig ohne Überraschungen, von anheizen konnte bis auf das besagte Medley nicht die Rede sein. Eine zeitlich angenehme Umbaupause nutzen natürlich die Meisten, um noch mal Biernachschub zu holen und sich ein bisschen besser in Position zu bringen. Dementsprechend eng wurde es dann auch in den vorderen Reihen.
|
|
|
|
 |
|
|
 |
|
|
|
|
|
|
Der Vorhang schließt sich und nach einigen Minuten erklingt auch schon das Intro „L.A.M.F.“ zur neuen Langrille „Saints Of Los Angeles“. Ganz gut beobachten kann man ja im Zenith das Herannahen der Heroen, da der Weg zur Bühne praktisch öffentlich passiert. Und dann ging´s mit „Kickstart My Heart“ auch schon deftig los, der Name war Programm, denn die Stimmung war von 0 auf 100 in rekordverdächtiger Zeit nach oben geschossen. Mächtiger Sound, eine coole Leinwandshow, aber außer den übergroßen Buchstaben, die das Wort Los Angeles aus der Rückansicht ergaben und einen praktisch in die dreckigen Hinterhöfe der Millionenmetropole wandern lässt, war nicht viel an Show zu sehen. Keine Pyros oder ähnliches. Dafür kamen leider sämtliche Chöre vom Band, schade aber fast zu erwarten. Das folgende „Wild Side“ entschädigte sofort für sämtliche „Missstände“ und nahtlos ging man in den nächsten Hit „Shout At The Devil“ über.
|
|
|
|
 |
|
|
 |
|
|
|
|
|
|
Ein Hitfeuerwerk von Anfang an, so haben es sich die Fans gewünscht und ein Vince Neil, der nicht nur durch seine üblichen Sprüche („Are you ready for this shit?“), sondern auch durch eine gute Performance glänzte. Bei dem Backkatalog sollte es aber auch keine Schwierigkeiten geben, die Fans zu befriedigen, und nachdem der Titeltrack des neuen Albums zu Besten gegeben wurde, durfte sich der schwer gezeichnete Mick Mars mit einem Solo präsentieren. Danach ging es weiter, „Live Wire“ und „Too Fast For Love“ aus der Mottenkiste und die Neuzugänge „Motherfucker Of The Year“ bzw. „White Trash Circus“ vom neuen Album. Dazwischen gab es noch einen netten Plausch mit Tommy Lee, der artig Jägermeister an die Fans in der ersten Reihe verteilte.
|
|
|
|
 |
|
|
|
 |
|
|
|
|
|
Anschließend war Schluss mit lustig, denn ab jetzt gab es nur noch Klassiker auf die Ohren: „Don´t Go Away Mad“, „Same Ol Situation“ (incl. Vorstellung der Band für alle, die sie noch nicht kennen) vom Jubliläumsalbum „Dr. Feelgood“, „Primal Scream“ und „Looks That Kill“, was will man mehr? Naja, z.B. die Stripnummer „Girls Girls Girls“, die bei keinem CRÜE Konzert fehlen darf? Und da war sie auch schon, wie immer mit Harley vom Band (früher war das auch schon mal anders) und in einer Bombenversion, cool. Dann war mit „Dr. Feelgood“ aber schnell das Ende der Fahnenstange erreicht, leider wurde es schon dunkel und die Fans mussten sich das erneute Entern der Bühne erkämpfen. Im Schutz der Dunkelheit wurde ein Flügel auf die Bühne geschoben, an dem Tommy Lee Platz nahm und jeder, der ein wenig Ahnung hatte, wusste, was es jetzt zu Hören gab. „Home Sweet Home“ war an der Reihe, eine wunderschöne Ballade zum Ausklang eines coolen Konzertes. Leider gab es nur diese eine Zugabe, aber in Anbetracht des Gesundheitszustandes von Gitarrist Mick Mars ging das schon in Ordnung.
|
|
|
|
 |
|
 |
|
|
 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Natürlich hätte sich die Meute noch ein paar Klassiker gewünscht aber insgesamt war es ein gelungener Auftritt, der zwar alles andere als spontan war, dafür aber mit einer Menge ausgeklügelter Details aufwarten konnte. Und die Frage von Nikki Sixx, ob sie nächstes Jahr wiederkommen sollten, wird sicher jeder mit ja beantworten. Ich bin gespannt, denn nach so langer Abstinenz glaube ich kaum, dass sich die Jungs so schnell wieder auf deutschen Bühnen blicken lassen zumal das Zenith nicht ausverkauft war.
|
|
|
|
Text: Stefan
Live Pix: Kat van P
Pix: Promo
|
|
|
|
|