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Band: Michael Bormann Album: Different Spielzeit: 46:54 min. Plattenfirma/Vertrieb: AOR Heaven/Soulfood Veröffentlichung: 19.11.2010 Homepage: www.michaelbormannpage.de oder www.myspace.com/michaelbormann Wertung: 7,5 von 10 So, diese Rezension beginnt mit dem Ende und endet mit dem Anfang, ganz nach dem Motto des Films “Memento”, da läuft die Handlung ja auch praktisch rückwärts. Meine erste Frage lautet somit: wieviel Schmalz verträgt das Headbanger-Ohr? Generell spricht nichts gegen eine Ballade, gesungen in deutsch, in der es offensichtlich um eine Frau geht. Drückende Stimmung, nur begleitet von einem Piano. “Was mir fehlt” nennt sich der Rausschmeißer auf dem mittlerweile vierten Solo-Album von Ex-JADED HEART Frontrakete MICHAEL BORMANN. So weit, so gut. Als er aber – zwar nur für kurze Zeit – in die Kopfstimme wechselt, wird es echt haarig. Tut mir leid, aber das ist echt zu viel. Track Nr. 11 nennt sich “No Way Out – It Hurts”, beginnt abermals gediegen, mausert sich dann aber doch noch in Richtung radio-orientierte Rockmusik,. “Who Really Wants To Get Older”, Song Nr. 10, rockt schon anders los, lässt mich aber erkennen, welchen Sprung MICHAEL BORMANN seit seinem letzten Album gemacht hat. Der Titel des aktuellen Silberlings ist sehr bewusst gewählt, denn “Different” ist der einzig richtige Begriff für eine Umschreibung dieser 12 Stücke. Vielleicht war er es leid, die ständigen Vergleiche mit seiner ehemaligen Stammcombo zu hören. Vielleicht gibt es aber noch banalere Gründe für diesen Stilwechsel. Die Stimme des Künstlers BORMANN ist nach wie vor dieselbe, ein aussagekräftiges Organ, das man mit Sicherheit aus Hunderten Sängern sofort heraushören kann. Aber der kraftvolle Sound fehlt hier komplett und wurde zu Gunsten der vielen ruhigen Nummern unüberhörbar in seichtere Gewässer verlegt. Einer der wenigen richtigen Rocker auf dem Album ist Nr. 7, “Breathless”, aber aufgrund des Sounds kommt auch dieses Stück nicht mehr so kraftvoll aus den Boxen wie noch zu „Capture The Moment“-Zeiten. Und wer bei “Mr. Rock´n Roll” (Nr. 5) eine Abrissbirne erwartet wird ganz cool mit etwas Percussion gegrüßt. Auch “Somebody” und “Think Twice” (Nr. 4 + 3) schippern in ruhigen Gefilden. Die ersten beiden Songs – und damit komme ich auch zum Schluß meiner Besprechung – erinnern mich total an Hits vergangener Tage. Da hat Herr BORMANN ganz tief in der Schatzkiste gegraben und verschollene Zutaten zu Tage gefördert: “To The Top” ist fast ebenbürdig zu RETURN, TREAT oder den STAGE DOLLS und der Opener´”Life´s A Miracle” erinnert zum Teil an “Call It Poison” von ESCAPE CLUB und der Refrain an “La Gonave” von CLIFF RICHARD. Kontovers und anders steht im Info zu “Different”, und das kann ich ganz klar unterschreiben. In sich stimmig ist es auch, aber “Was mir fehlt” - um es einmal mit Michael´s eigenen Worten zu umschreiben – ist eine Prise Power, die es auf den bisherigen BORMANN-Scheiben immer gab. Vielleicht sollte man „Different“ einfach mal hören, ohne zu wissen von wem die Songs stammen – da gibt es aber wieder das Problem mit der einzigartigen Stimme des Duisburgers, denn die spring sofort ins Ohr. MICHAEL BORMANN ist musikalisch erwachsen und eigenständig geworden und gewährt uns mit seinem neuesten Werk ganz neue Einblicke, die an Vielfältigkeit kaum zu übertreffen sind. Stefan
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