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Band: Lost In Thoughts
Album: Opus Aris
Spielzeit: 49:50 min.
Plattenfirma/ Vertrieb: Inner Wound Recordings/Music Buy Mail
Homepage: www.lostinthoughtband.com  oder www.myspace.com/officiallostinthought
VÖ: 29.04.2011
Wertung: 7 von 10
Die Progressive Rock /Metal Szene kann sich wirklich nicht über zu wenige talentierte Newcomer beklagen. Dafür haben die letzten Outputs von JOLLY, CLANDESTINE und natürlich das göttliche Album von SUN DOMINGO gesorgt. Alle 3 Alben sind für mich die größten Überraschungen der Prog Rock Szene und bieten neue, frische Impulse. Dadurch ist die Messlatte natürlich sehr hoch angesetzt und ich bin mehr als gespannt, ob es weiteren Bands gelingen wird auch nur in die Nähe dieses Niveaus heranzukommen.

Ein junges, walisisches Quintett möchte sich gerne in diese Riege von Newcomern einreihen. LOST IN THOUGHTS bestehen seit 2007 und liefern mit „Opus Arise“ ihr Debütalbum ab.
Die Band besteht aus:
Nate Loosemore - Vocals
David Grey - Guitars & Vocals
Greg Baker - Keyboards
Simon Pike - Bass
Chris Billingham - Drums

Die fünf Jungs bieten auf ihrem Debüt sehr symphonischen Progressive Metal, der mich in den besten Momenten an THRESHOLD und DREAM THEATER erinnert. Für die Symphonic Metal Schlagseite sind vermutlich DELAIN, WITHIN TEMPTATION und Konsorten verantwortlich.
Gemastered wurde das Album von Jacob Hansen, der schon durch Arbeiten für VOLBEAT, DESTRUCTION und ROB ROCK, überzeugen konnte. Wie erwartet verfügt auch „Opus Arise“ über eine erstklassige Produktion.

Das Songmaterial ist durchgehend auf einem soliden Niveau. Es wird ein gutes Maß aus komplexen, welches nie im puren Gefrickel ausufert, und gemäßigterem Material geboten. Auch an der Leistung an den Instrumenten gibt es überhaupt nichts zu meckern.
Trotzdem ist der Band, aus meiner Sicht, der große Wurf nicht gelungen. Für mich ist die Affinität zu den Symphonic Metal Gruppen einfach viel zu groß und nimmt zu sehr überhand. Dadurch zwängt die Band sich ein Soundkleid, welches sie nicht schmückt. Der Progressive Metal und der völlig überladene Symphonic Metal passen bei LOST IN THOUGHTS nicht wirklich gut zusammen. Dementsprechend sind die herausragenden Stücke auch rar gesät.

Genau 3 Songs retten „Opus Arise“ vor der absoluten Mittelmäßigkeit und diese wissen mich absolut zu begeistern. „Delusional Abyss“ ist ein überlanger Track, der aufgrund seiner Progressivität punkten kann. Hier lösen sich die Band von dem symphonischen Soundanteil und dies steht ihr hervorragend zu Gesicht. Die komplexen Gitarrenriffs bestimmen die Songstruktur und das Keyboard kommt nur zur Untermalung zum Einsatz. Die Songidee, bei der mit Sicherheit DREAM THEATER und THRESHOLD Pate gestanden haben, wurde wirklich sehr gut umgesetzt. Noch ein paar Briketts legen sich für meinen Geschmack beim Titeltrack nach. Endlich kommt Nate Loosemore aus sich heraus und liefert bis dahin seine beste Leistung ab. Das komplexe Schlagzeugspiel von Chris Billingham und die tolle Gitarrenarbeit sind neben dem coolen Keyboardpart die absoluten Highlights der Nummer. Ähnlich verhält es sich mit dem harten und abwechslungsreichem Rausschmeißer „Assimulate, Destroy“. David Grey's harte Riffs duellieren sich mit Greg Baker's Keyboardspiel und überzeugen auf ganzer Linie. Eine sehr hervorragende Leistung der beiden Instrumentalisten.

Trackliste:

01. Beyond The Flames
02. Entity
03. Blood Red Diamond
04. Seek To Find
05. New Times Awaken
06. Delusional Abyss
07. Lost In Thoughts
08. Assimulate, Destroy

LOST IN THOUGHTS sind alles andere als Dilettanten und verstehen ihr Handwerk. Trotzdem hinterlässt „Opus Arise“ einen faden Beigeschmack bei mir. Mir ist der Einfluß der Symphonic Metal Bands einfach zu groß und nimmt dem Album einiges an Originalität und Spannung. Das sie durchaus in der Lage sind eigenständig zu klingen, beweisen sie ja auf den von mir o.g. Songs.

Wer sich gerne DREAM THEATER, THRESHOLD und auch mal DELAIN oder WITHIN TEMPTATION reinzieht, sollte mal ein Ohr riskieren.

3 wirklich verdammt gute Songs machen noch keinen guten Longplayer aus und sind aus meiner Sicht  ,leider zu wenig um eine Bewertung  in höheren Gefilden zu rechtfertigen.

Von mir gibt es ganz hauchdünne 7 Punkte für das Debüt und ich hoffe, dass die Band zukünftig in der musikalischen Ausrichtung der letzten 3 Tracks agieren wird. Dann steht einer höheren Beurteilung nichts im Wege.
Götz
 

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