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Bestimmt können sich einige der älteren Semster von euch noch an die Prog-Rocker von PANCAKE erinnern, die Ende der 70er/Anfang der 80er mit "Roxy Elephant", "Out Of The Ashes" und "No Illusions" drei ordentliche Progrock/Krautrockalben veröffentlichten und deren Song "Mann Aus Eis" unter anderem von NORMAHL gecovert wurde. Die indirekte Nachfolgeband nennt sich nun LATE und deren zweites Album "Imagination Of An Angel" liegt mir nun vor. Denn mit Walter Negele und Uli Frank sind 2 der damaligen PANCAKEs bei LATE an Bord und verstärkt durch Sänger Jürgen Schneider, Schlagzeuger Helmut Kipp und diversen Gastmusikern bieten die Baden-Würtemberger nun leicht progressiv angehauchten Rock, der mit vielen Stilelementen der 70er und 80er Jahre angereichert wurde. Wer auf ein Gitarrengewitter hofft, wird aber die falsche CD in den Händen halten. Der Fokus liegt auf den Melodien, die oftmals in einen regelrechten Soundteppich eingebettet werden. Bestens zu hören auf dem beginnenden "Paradise", das mit einem coolen Keyboardsolo aufwarten kann und dessen Refrain wirklich ins Ohr geht. Sänger Jürgen Schneider hat eine schöne warme Stimme, die hervorragend zu dem Song passt. Und sämtliche Prog-Rock Versatzstücke werden songdienlich eingebettet und geben dem Stück damit mehr Substanz. Das ruhigere "Johnny On The Spot" steigert sich zu einem ebenfalls ordentlichen Refrain, allerdings ist hier zum ersten Mal rauszuhören, dass die Scheibe selbst produziert wurde. Besonders die Produktion der Snaredrum gefällt mir nicht, diese ist viel zu sehr im Vordergrund (am schlimmsten habe ich dieses Gefühl übrigens beim abschließenden "Motionless" - hier stört das Teil sogar ziemlich). "The State" bleibt dann wieder besser hängen, kann mich aber trotz aller handwerklicher Qualitäten auch nicht begeistern. Die Ballade "Angel" ist mir dann sogar ein wenig zu langweilig, die Melodien sind hier einfach zu 08/15. Auch bei "Sunny" wage ich auszusetzen, dass mir die "Echoes" in der Strophe einfach zuviel sind, doch dies machen LATE desöfteren. Vielleicht wäre weniger manchmal mehr gewesen. Doch nun genug gemeckert, denn außer den genannten Kritikpunkten hat "Imagination Of An Angel" durchaus gute Stücke zu bieten und dürfte allen Freunde des guten Classic Rocks fast 50 Minuten überdurchschnittliche Unterhaltung bieten. Als Anspieltipp kann ich das ungewöhnliche "Du Sagst" mit Regine Riegel als Sängerin anbieten, das mit verdammt viel Power und Verve durch die Boxen klingt. Außerdem kann "Fly Into A Rage" den Ohren durchaus angenehm schmeicheln und auch "Ready For Take Off" läuft schön smooth rein. Wenn das abschließende "Motionless" nicht wäre, wäre sogar ein halber Punkt mehr drin gewesen, denn neben der total störenden Produktion langweile ich mich mit der Krautrock-angehauchten Ballade von der ersten bis zur letzten Sekunde.
Markus
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