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Band: Jim Foster Album: Power Lines (Re-Release) Spielzeit: 36:34 min. Plattenfirma: Yesterrock Veröffentlichung: 27.05.2011 Homepage: ? WERTUNG: 7,5 von 10
Es war jeden ersten Freitag im Monat das selbe Spiel! Ich musste meiner Mutter versprechen, den Bus um 21.54 Uhr zu nehmen, damit ich kurz nach 22 Uhr auch zu Hause war. Ich sah auch richtig schick aus, wenn ich aus der Tür ging und meine Mutter mir hinterher sah. Ich trug meistens einen geschmackvollen roten Stoffspencer, entweder ein grünes oder gelbes T-Shirt, Blue-Jeans und dazu meine grünen Chucks an den Füßen – Ampelfashion rules! Ich freute mich jedes mal wie ein Schneekönig, wenn ich mich auf dem Weg zur monatlichen TEESTUBEN Disco begab, denn meistens traf ich mich vor dem Eingang mit meiner Freundin und Freunden, um wieder einmal richtig abzurocken …
Die TEESTUBEN Disco gibt es seit knapp 2 1/2 Jahrzehnte nicht mehr und mein Kleidungsstil hat sich auch extrem gewandelt. So würde ich heute nicht mehr auf die Straße gehen! 1986 war es halt anders und JIM FOSTER's neu aufgelegtes „Power Lines“ Album lässt Erinnerungen an diese schöne Zeit wach werden. Denn genau aus diesem Jahr stammt das Soloalbum, welches musikalisch sehr feinen und keyboardlastigen AOR bietet, der zuweilen stark an RICK SPRINGFIELD erinnert. JIM startete seine Karriere in den 70er Jahren mit der Band FOSTERCHILD und wie der Name schon erahnen lässt, war es sein Baby. Nachdem er 1982 die Band auflöste, war er als Produzent tätig. Leider fehlt mir hier jegliche weitere Information, bzw. ist mir keine seiner Arbeiten bekannt. „Power Lines“ entstand durch das Mitwirken einiger seiner kanadischen Musikerkollegen. Unter anderem waren an den Aufnahmen beteiligt: Daryl Burgess, Drums Dave Pickell, Keyboards Doug Edwards, Bass Paul Hyde, Backing Vocals Scott Goodfellow, Keyboars u.v.a.
Der Maestro war für den Gesang, Gitarre-, Bass- und Keyboard- Parts zuständig. Wie ich oben schon geschrieben habe, bietet das Album sehr feinen und eingängigen AOR, der an den australischen Musikerkollegen RICK SPRINGFIELD erinnert. JIM FOSTER und seine Kollegen ersetzten den rockigen Anteil zugunsten eher eingängigeren und tanzbaren Tunes. An manchen Stellen kommt mir „Power Lines“ mit zu wenig Ecken und Kanten daher. Zur damaligen Zeit konnte der sehr amerikanisch geprägte und kommerzielle Rock überzeugen, heute dürfte wohl das größte Manko sein, dass ausgerechnet dieser Sound einfach nicht mehr gefragt ist, was ich persönlich sehr schade finde.
Alle AOR Liebhaber, die sich in meinem Altersumfeld bewegen, werden sich beim Anhören des Openers vor Freude über die Lippen lecken. „Dancin' On The Power Lines“ bietet richtig schönen „old school“ AOR. Gitarre und Keyboards stehen in einem guten Verhältnis zueinander und der Rhythmus sorgt dafür, dass mein rechtes Bein automatisch mitwippt. Der Refrain lässt einen nicht mehr los und JIM FOSTER steht vielen AOR Sängern in nichts nach. Seine warme und eher sanfte Stimme passt hervorragend. Auch die nachfolgenden Tracks „Saved By Night“ und „Do It To Me“ bieten tollen '80er Jahre Rock Stuff. „It's Up To You“ ist eine schöne Keyboard und Saxophon Pop/ Rock Nummer, die eher zum Tanzen als zum Rocken einlädt. Mein Favorit ist ganz klar „X-ray Eyes“. Der Song schaffte es 1986 auf Platz 30 der britischen Charts und lebt durch FOSTER's einfühlsamen und warmen Gesang. Der eingängige Rhythmus lädt zum Mitklatschen ein und könnte auch als Untermalung einer typischen US Fernsehserie dienen.
Im Großen und Ganzen fühlte ich mich durch „Power Lines“ gut unterhalten. Fans typischer, kommerzieller Rockmusik, können hier bedenkenlos zugreifen und die seligen '80er Jahren musikalisch wieder aufleben lassen. Die Re-Release des Albums war zwar nicht zwingend notwendig, ist aber ein gutes Zeitdokument und ich finde es immer wieder schön, dass es Labels gibt, die Fans dementsprechend auch mit Material versorgen.
Von meiner Seite gibt es nostalgische und grundsolide 7,5 Punkte.
Trackliste: 1. Dancin’ On The Power Lines 2. Saved By Night 3. Do It To Me 4. Maggie 5. Quicker Than The Eye 6. It’s Up To You 7. X-ray Eyes 8. You’ve Got My Number (Call It Up) 9. Where Were You?
Götz
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