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Vor Jahren zählten die Kieler IVORY TOWER zu den größten Progressive Metal Hoffnungen, die es in Deutschland gab. Nicht nur das Debüt, gerade das zweite Album "Beyond The Stars" hatte es in sich und die Vergleiche mit DREAM THEATER mochten damals gar nicht enden. Seitdem sind aber mittlerweile über 10 Jahre vergangen und bis auf das dritte Album, das an mir völlig vorüber ging, hörte ich nix mehr aus dem hohen Norden. Nun endlich liegt mit dem schlicht betilteten "IV" wieder neuer Stoff in meinem CD Player und entsprechend voller Vorfreude hab ich dann gierig den Play Button gedrückt. Um dann erstmal zu erschrecken. Verdammt, IVORY TOWER haben (wahrscheinlich finanziell bedingt) das Album komplett selbst produziert und Mist, so klingt es auch. Ehrlich, bei einem Progressive Metal Album brauche ich definitiv eine glasklare Produktion, um es richtig genießen zu können. Das haben sie allerdings nicht hingekriegt, viel zu matschig klingen die im Vordergund stehenden Gitarren, viel zu breiig ist die komplette Produktion. Verdammt schade. Während dann auch bei "Rape Of Time" die Härtegrade im Gegensatz zum zweiten Album weit nach oben wandern, scheint als wäre auch da die harte Phase von DREAM THEATER Pate gestanden, vermisse ich die überraschenden Momente. Bisschen besser klingt "Expelled From Heaven", das aber mit dem Mix aus melodischem Chrous und CLAWFINGER-artigen Strophen bei mir einige Fragezeichen hinterlässt und auch nicht wirklich überzeugt. "Catatonic Sleep" ist dann endlich ein ordentlicher Metal Song geworden, allerdings nur mit progressiven Spurenelementen. Und die kaum zu hörenden Keyboards hätte man auch weglassen können, ich musste schon sehr genau hinhören, um diese zu entdecken. "Hands To The Sky" ist leider Langeweile pur. Gähn. Danach folgt mit "Loss" eine zumindest halbwegs atmosphärische Ballade, ich muss jedoch das Gähnen weiter hartnäckig unterdrücken. Auch vom Songwriting her, nicht wirklich neues oder anständiges. "What If" könnte mit einer anständigen Produktion tatsächlich ein vernünftiger moderner Metal Song sein. Ich ertappe mich dabei, dass meine Mundwinkel sich tatsächlich zum ersten Mal nach oben bewegen. Das macht aber "Wailing Wall" wieder zunichte. Songstruktur aus den frühen Achtzigern vermischt mit Modern Metal, komische Mischung und bei mir nicht wirklich wohlwollend angekommen. Verführt mich ehrlich ständig die Skip Taste zu drücken. "We're Lost" ist halbwegs ordentlicher klassischer Metal, aber auch hier finde ich die grandiosen Riffs des Zweitlings oder des Debüts nicht mehr. Da auch "Moments Of Delight" nicht wirklich viel bietet, kann ich allerhöchstens eine durchschnittliche Note zücken, sorry. Absolute Metalalleshabenmüsser können sich "IV" natürlich gerne in den übervollen CD Schrank zählen, allen anderen rate ich vorher rein zu hören, denn mich konnten IVORY TOWER diesmal nicht überzeugen. Was ich sehr schade finde.
Markus
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