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Wertung: 7,5 von 10

Vor einigen Monaten tobte ich mir zu INDESTRUCTIBLE NOISE COMMAND, deren aktuelles Release richtig geilen Thrash Metal bietet und auf Rising Records erschien, die Seele aus dem Leib. Nun veröffentlicht das Label ein weiteres, heftiges Album, welches mit einiges an Karacho um die Ecke kommt. Dabei handelt es sich um das dritte Album der Band IN COLD BLOOD, das eine Mischung aus heftigen Modern Metal und Thrash Metal enthält. Diese gefällt mir Streckenweise sehr gut und da kann auch die Herkunft der Band nichts daran ändern. Die Jungs kommen aus Europas Metal Kopierland Nummero Uno, Italia. Anders als viele ihrer, an Langeweile, Einfallslosigkeit und mangelnder Eigenständigkeit erkrankten Landsmänner, haben die Jungs einige durchaus respektable Stücke in der Tasche.

Die Band wurde im Jahr 2005 gegründet und besteht aus:
Fulvio Glerean - Gesang und Bass
Vito Mastrangelo - Gitarre
Alessandro Di Sciullo - Gitarre
Niccolò Cesanelli - Schlagzeug
Giuseppe Di Nola - Effekte

Produziert wurde „A Flawless Escape“ von Peter In de Betou, der schon mit Größen wie DARK TRANQUILLITY, OPETH und MESHUGGAH zusammen gearbeitet hat. Weitere Unterstützung erhielten die Jungs durch die kanadische Metal Ikone Jeff Waters (ANNIHILATOR) und dem italienischen Gitarristen Giulio Moschini - endgeiler Name, kommt sofort nach Ernst Mosch (RIP).

ICB gehen gleich von Anfang an kompromisslos ans Werk und bieten die ganze Palette des modern klingenden Thrash Metal. Dabei lassen sie auch hin und wieder einige Hardcore Elemente mit einfließen. Eigentlich unterscheidet sich ihr Stil nicht besonders von dem vieler anderer Bands und trotzdem hat die Band einen großen Vorteil gegenüber den Weggefährten. Sie schreiben ordentliche, sehr riffbetonte Songs, die gewaltig knallen und wissen diese mit genügend Spielfreude vorzutragen. Die Tracks kommen schnell auf den Punkt und überschreiten (bis auf zwei Ausnahmen) nicht die 4 Minutengrenze. Besonders die beiden Gitarristen Di Sciullo und Mastrangelo gefallen mir gut. Ihr Spielspektrum reicht vom harten, stakkatoartigen bis zum melodiösen Spiel und verleihen dem Material genügend Abwechslung. Sänger Fulvio agiert solide, wobei mir sein Gesang ein bisschen zu eindimensional und Hardcore-lastig ausgefallen ist.

Etwas gestutzt habe ich schon zu Beginn. Der Opener „Dead And Gone“ startet mit einem kurzen, filmsequenzartigen Intro bevor eine längere, Electro-artige Passage eingeleitet wird, die in ein wahres Riffgewitter übergeht. Der weitere Verlauf des Tracks überzeugt mich aber, besonders die Gitarrenarbeit gefällt mir sehr gut. Der Titeltrack erinnert mich eher an einen soliden Thrasher, bei dem die modernen Elemente etwas in den Hintergrund gerückt sind und die beiden Gitarristen wieder durch ihr variables Spiel punkten können. Würde sich Glerean davon überzeugen lassen, auch mal cleanere Vocals zu verwenden anstatt kontinuierlich ins Mic zu bellen, wäre der Song verdammt stark. Ähnlich verhält es sich mit dem anschließenden „They Live“. Das absolute Highlight auf „A Flawless Escape“ stellt der Song „Kill To Get“ dar, was auch ganz klar an dem Beitrag von Jeff Waters liegt. Es macht einfach verdammt viel Spaß seinem Spiel zuzuhören.

IN COLD BLOOD liefern ein kurzweiliges und solides Album ab, welches ansatzweise den Outputs der Szenegrößen in nichts nachsteht. Wenn sich Glerean auf den nächsten Veröffentlichungen variabler präsentiert, steht dem Fünfer eine vielversprechende Zukunft bevor, da die Band ihr Potential noch nicht ausgeschöpft hat.

Von meiner Seite gibt es ganz solide und ausbaufähige 7,5 Punkte.

Götz

In Cold Blood -A Flawless Escape - Cover

Info

Band: In Cold Blood
Album: A Flawless Escape
Spielzeit: ??? min.
Plattenfirma: Rising Records
Veröffentlichung: 26.08.2011
Homepage:
www.myspace.com/incoldblood1

Tracklist

1. Dead And Gone
2. A Flawless Escape
3. They Live
4. Sorrow
5. Choose A Life
6. Coils Of Addiction
7. Total Control
8. No Sun (Reprise)
9. Kill To Get
10. Bad Wolf

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