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Schon mal mit 180 kmh in eine stehende Faust gerannt ? Nein ? Dann hört mal in ISOLATION, die jüngste Langrille der vier US-Hartkerner HARM'S WAY rein.
Zugegeben, die Helden meiner eigenen Hardcore/Crossover-Vergangenheit hiessen Agnostic Front, frühe C.O.C., D.R.I., und so weiter. Will sagen, an mir sind in den letzten Jahren vielleicht ein paar Trends der HC-Szene vorübergezogen...doch wenn ich mir das aktuelle Werk des Chicagoer Quartetts reinpfeife, werden Erinnerungen an die guten alten Zeiten wach.
„Judge Hammers“, muskelbepackter Shouter, falsch....shoutender Muskel, knallt sein gemeines Organ in Vorschlaghammer-Manier aus den Untiefen seiner Lungen direkt in die Gehörgänge dass einem ganz anders wird. Das beste daran aber ist, seine Stimme harmoniert bestens zum Mix aus härtesten Punk-Death-Metal Riffs der Marke Bolt Thrower und Hardcore-typischem Grundgerüst aus Bass und Schlagzeug. Man wartet eigentlich die ganze Zeit darauf daß Hammers die (kennt noch einer THOR?) Wärmflasche rausholt, aufpustet und zerplatzen lässt...Scherz beiseite.
HARM'S WAY, Straight Edge- (no Cigarettes, no Drugs, no Alcohol,...) Anhänger, benannt nach dem gleichnamigen Film (hiess bei uns „Erster Sieg“) von 1965, liefern mit ihrem Zweitling ISOLATION eine vorzügliche Hardcore Scheibe ab.
In knapp 33 Minuten walzen acht fette Lawinen alles darnieder was sich ihnen in den Weg stellt. Gleich der Opener „Scrambled“ stellt klar wohin die Reise geht, nach einem kurzen Intro wird klar daß für harmoniebedürftige Hörer hier kein Platz ist. Breite, zähflüssige Gitarrenwände und besagter Herr Hammers zeigen ab hier wo der Frosch die Locken hat. In „Timing“ holt der Drummer erstmals kurz die Double-Bass heraus, was die Dinge etwas leicht in bereits erwähnte Bolt Thrower lenkt. Macht aber nix, geil is sowieso... Der Titeltrack, eine Uptempo-Nummer die zukünftig jeden Saal zum kochen bringen dürfte stellt den vorläufigen Höhepunkt dar, gefolgt vom schleppenden „Breeding Grounds“ und dem an leicht an Sepulturas „Arise“ erinnernden „Becoming“. Mit „New Beginnings“ zeigen uns HARM'S WAY daß Härte nicht = Geschwindigkeit bedeuten muss. Nach flottem Einstieg in die Nummer wird nach einem Break alles anders. Die beste Nummer der Scheibe entwickelt sich zu einem alles verzehrenden Inferno...Doublebass und die immer zäher werdenden Gitarren machen aus „New Beginnings“ den Höhepunkt des Albums. Geil.
Das folgende „Slither“ und das mit 7 Minuten etwas zu lang geratene „Pretender“ fallen nach hinten leider etwas ab, doch es bleibt ein verdammt starker Eindruck. ISOLATION sei allen HC-Fans ans Herz gelegt. Solche, die es werden wollen finden garantiert ebenfalls Gefallen an der Scheibe. Den Sound kann ich aufgrund heutiger Praktiken, Rezensionen aufgrund heruntergeladener MP3 Dateien erstellen zu müssen (weil's billiger ist) nur schwer beurteilen...scheint aber recht ordentlich zu sein.
Fazit : Geiles Album, von der Band werden wir sicher noch hören, auch ohne die genretypischen mehrstimmigen-Background-Shoutings, die Bands wie Biohazard oder Agnostic Front perfektioniert haben, ist ein empfehlenswertes Werk entstanden. Hut ab.
Anspieltipps: Scrambled, Isolation, New Beginnings
Bernd
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