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Ein tolles Package hat sich auf der „Dark Decadence“-Tour zusammengerottet. Denn mit CRASHDIET, 69 EYES und HARDCORE SUPERSTAR stehen 3 wirklich geile Bands auf den Brettern und lassen das Münchner Backstage auch an einem Montag Abend richtig erzittern. Da hat es der prekären Parkplatzsituation rund um das Backstage auch nicht unbedingt gut getan, dass die Show kurzerhand ins größere Werk verlegt wurde, da der Vorverkauf anscheindend richtig gut lief. Mittlerweile ist ja einer der beiden Parkplätze durch Neubauten der Marke „Schöner Wohnen im Grünen München“ ersetzt worden, aber an den vielen neu errichteten Straßen war dann doch noch ne Lücke frei. Schon auf dem Weg vom Auto zur Location wurde mir klar, dass das ein cooler Abend werden würde, denn viele Feierwütige säumten die Straßen und man dachte fast, es geht in Richtung einer Festivalbühne. Das Backstage war auch von Anfang an recht gut gefüllt und manchmal habe ich mich in die glorreichen 80ger zurückversetzt gefühlt. So viele Sleazer/Poser auf einem Haufen habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Gut, dass ich dieses Mal mit einem guten Zeitpolster unterwegs war, denn schon kurz nach der Ankunft enterten die Schweden CRASHDIET die Bühne, und das fast eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn.
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Der Vierer um Neuzugang Simon Cruz – der aussah, als wäre er ein Punk von der Straße - hätte perfekt ins Publikum gepasst bzw. die Fans auf die Bühne. Mit „Down With The Dust“ schmeißen die Jungs die visuelle Zeitmaschine an und können dafür bei den heranrückenden Fans gleich punkten. Leider ist die Bühne für die erste Band aufgrund der dahinter stehenden Drums bzw. Aufbauten für die nachfolgenden Protagonisten ziemlich eng. Das wird Simon Cruz auch noch fast am eigenen Leib erfahren müssen, denn etwas später hätte er fast den von ihm umgeworfenen Mikroständer voll auf die 12 bekommen. Voll auf die 12 geht auch spätestens der dritte Song des Abends: „Riot In Everyone“ kommt beim Publikum voll an und ab diesem Zeitpunkt zünden Martin Sweet, Eric Young, Peter London und Simon Cruz eine Granate nach der anderen: „Beautiful Pain“, „In The Raw“, „Breakin The Chainz“ und der Titeltrack des aktuellen Albums „Generation Wild“ sind der Garant für kurzweilige Unterhaltung. Dass der Sound nicht unbedingt ein Monster war, ist schon fast Standard, aber trotzdem schade. Nach ca. 40 Minuten wird man nach viel zu kurzen 8 Stücken ziemlich aprupt aus diesem Erlebnis herausgerissen. Leider ohne Zugabe müssen die Jungs das Feld räumen. Ich finde es sehr schade, dass CRASHDIET nicht etwas mehr Zeit zur Verfügung hatten – die Fans hätten auf jeden Fall noch die ein oder andere Packung vertragen können. Bis auf den schwachen Sound eine sehr gelungene Vorstellung. Der Mob bahnt sich den Weg nach draußen, wo es noch erstaunlich warm ist. Die Umbaupause nutzen viele für ein Pläuschchen mit Freunden oder das ein oder andere Bier mit zugehöriger Zigarette. Auf dem Plan stehen jetzt die 69 EYES, weshalb ich - ins Gespräch vertieft – nicht einmal wahrgenommen habe, dass sich die ganzen Leute schon wieder ins Backstage verzogen haben.
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Plötzlich hört man im Hintergrund „Sadistic Girls“ von HARDCORE SUPERSTAR. Etwas verdutzt darüber – schließlich standen HCSS als Headliner in sämtlichen Magazinen etc. - wollte ich natürlich keine Sekunde verlieren, um die Schweden auf der Bühne zu sehen. Also schnell in Richtung Bühne gestürmt, und da war schon jede Menge los. Jetzt hatten sich auch diejenigen versammelt, die vielleicht vorher noch etwas abseits standen oder auch draußen verweilten. Das Backstage war richtig schön voll. Eine optimale Vorraussetzung, um so richtig schön ins Schwitzen zu kommen. Nach diesem grandiosen Einstieg folgte gleich Song Nr. 2 des aktuellen Albums „Split Your Lip“ - „Guestlist“ - worauf gleich der Titeltrack folgte. Was für ein Marathon und was für eine schweißtreibende Show. Frontsau Jocke Berg saust über die Bühne wie ein Derwisch, Gitarrist Vic Zino (Ex-CRAZY LIXX) haut ein Hammerriff nach dem anderen raus, Bassist Martin Sandvik animierte das Publikum am laufenden Band und Drummer Adde kam mir schon fast vor wie ein junger Tommy Lee. Danach gab es mit „Liberation“ vom 2000er Album „Bad Sneakers And A Pina Colada“ etwas älteres Material um die Ohren. Allerdings in einer hammermässigen Fassung anno 2011, also um 5 Härtegrade aufgestockt. Wer die alten Sachen der Schweden auf Platte kennt, weiß, was ich meine. Als die ersten Takte von „My Good Reputation“ von der selbstbetitelten 2005er Scheibe ertönen, gibt es kein Halten mehr. Die Meute pogt, was das Zeug hält und HCSS zeigen erneut, wo ihre Stärken liegen. Knallharter Sleaze gepaart mit einer gehörigen Portion Metal und der richtigen Partywürzung zeichnen nicht nur diesen Song aus. „Wild Boys“ schließt sich nahtos an und mit „Have You Been Around“ gibt es Stück Nr. 2 aus dem Jahre 2000. Mit „Dreamin In A Casket“ wird der 2007er Release angeschnitten. Danach gibt es eine kleine Verschnaufpause, denn mit „Here Comes The Sick Bitch“ hat es tatsächlich eine Ballade ins Live-Programm der Schweden geschafft. Vic Zino, nur mit Akustikklampfe bewaffnet, und Jocke Berg teilen sich die Bühne, der Rest der Jungs hat eine kleine Pause. Bei diesem Song wird klar, dass Jocke stimmlich teilweise sehr an einen gewissen Axl W. Rose erinnert – eine tolle Interpretation – wenngleich an diesem Punkt des Gigs auch etwas gewagt. Der sehr guten Stimmung tut dies aber keinen Abbruch, denn mit „Bag On Your Head“ oder dem Hit „Last Call For Alcohol“ vom aktuellen Dreher hat man noch genug Granaten parat. Leider geht danach schon das erste Mal das Licht aus – ich reibe mir ungläubig die Augen – nach nur einer guten Stunde Spielzeit. Natürlich hat die Menge noch nicht genug und fordert lautstark eine Zugabe, die mit „Moonshine“ (abermals vom aktuellen Album) und dem Überflieger „We Don´t Celebrate Sundays“ dann auch prompt folgt. Dazu werden auch 3 Fans aus dem Publikum geholt, die sich nach Herzenslust auf der Bühne austoben dürfen. Danach ist aber leider wirklich Schluß mit lustig, die Band bedankt sich beim Publikum (das wirlklich geil mitgegangen ist) und überlässt 69 EYES die Stage. Leider war es mir nicht mehr vergönnt (Frühschicht ist wirlklich früh :-)), die letzte Band des Abends noch zu erleben. FAZIT: Auch ohne die (heimlichen) Headliner eines der geilsten Konzerte, das ich erleben durfte. CRASHDIET haben einen soliden Gig gespielt, der Lust auf mehr macht und HARDCORE SUPERSTAR waren die absoluten Abräumer, und das nicht nur wegen der Präsenz eines Jocke Berg (dessen Stimme zwar zugegebenermassen etwas angeschlagen war), der mittlerweile zu der Creme de la Creme der Sängerzunft gehört. Leider gibt es (außer Köln tags darauf) nicht mehr deutsche Dates dieser Tour, ich hätte mir das gerne noch ein paar Mal angeschaut!
P.S. Leider müssen HCSS jetzt tatsächlich einige Gigs wegen Jockes Stimmproblemen absagen... Stefan
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