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„Naaaa, da macht eine britische Metal Combo mal richtig einen auf dicke Hose!“ war mein erster Gedanke, als ich den Bandnamen das erste Mal gelesen hatte. Laut Pressemitteilung ist sogar Bruce Dickinson von FIREBRAND SUPER ROCK angetan. Der Herr hat in der Vergangenheit schon des öfteren Geschmack bewiesen und ein bisschen neugierig war ich natürlich auch, welches musikalisches Können sich hinter der Formation, mit diesem selbstbewussten Namen, verbirgt. Also die Promo auf den Rechner gezogen und den Volumenregler verdächtig nah ans Limit gedreht. Die Schotten, mit der stimmgewaltigen und verdammt ausdrucksstarken Sängerin Laura Donnelly, haben sich eine herbe Mischung aus NWOBHM, Thrash und Doom Metal auf die Fahnen geschrieben und dürften sich, in kürzester Zeit, eine ordentliche Fanbasis aufbauen können.
Neben der Fronterin besteht die Band aus: Jamie Gilchrist – Gitarre Frazer Marr – Bass Andrew Scott – Schlagzeug
Das erste was mir an dem Debüt von FSR auffällt ist die etwas zu dumpf geratene Produktion, was wirklich schade ist, denn wäre der Sound klarer, würde der Silberling so alles wegfegen, was 2011 in der Sparte klassischer Metal erschienen ist. Die 3 Kerle und die Frontfrau gehen dabei sehr vielseitig zur Sache und zeigen, dass sie in der Lage sind auch richtig geile Songs zu schreiben.
Die drei Herren an den Instrumenten haben ihr Handwerk gut erlernt und wissen aufgrund ihres abwechslungsreichen Spiels voll zu überzeugen. Gitarrist Gilchrist schüttelt messerscharfe Thrash Riffs aus dem Ärmel, spielt mal recht schrammelig und beweist beim nächsten Song, dass er auch so einige klassische Metal Riffs drauf hat. Die Rhythmuswand, welche Marr und Scott fabrizieren, ist hart wie Beton und besonders der Drummer treibt so manches Mal die Musikerkollegen vor sich her. Die blonde Shouterin passt mit ihrem kräftigen Organ bestens zum Sound.
Der Opener „River Of The Dead“ zeigt gleich am Anfang wo der Frosch die Locken trägt. Das sägende Riff, mit dem der Song startet, zieht sich wie ein roter Faden durch den Song und könnte auch aus der Feder von old TESTAMENT stammen. Frau Donnelly ist ganz klar die tragenden Säule und verleiht dem Titel, aufgrund ihrer stimmlichen Dominanz, eine unverwechselbare Note. Auch „Into The Black“ lässt einen TESTAMENT/ METALLICA Einfluss durchschimmern, wobei das Tempo, im Gegensatz zum Opener, noch einmal angezogen wird. Jamie flitzt durch den Song und vergisst dabei nicht auch noch sein vielseitige Griffbrettakrobatik zur Schau zu stellen. Das ist feinster Headbanger Stuff und einer der stärksten Songs auf „FSR“. Das folgende „Wheel Of Pain“ serviert uns reinen NWOBHM und erinnert mich stark an SAMSON und IRON MAIDEN, als diese noch so richtig Pfeffer im Arsch hatten. Der Lava – Rocker „Iron Void“ quillt bedrohlich und zäh aus den Boxen und dürfte die Kollegen Iommi und Co., vor Neid, blass werden lassen. Ein bisschen flotter zeigt sich die Band bei dem anschließenden „The Unborn“, wobei der Song auch im Midtempo - Bereich anzusiedeln ist und an eine etwas düstere Version von IRON MAIDEN erinnert. „Hells Mouth“ führt die eingeschlagene Richtung fort und die Shouterin liefert ihre beste Leistung ab. Auch wenn es anatomisch gar nicht möglich ist: Die Frau hat Balls in der Größe von Medizinbällen! Mit „Falling Down“ wird das Gaspedal wieder durchgetreten und animiert zum Kopfschütteln. Scott drischt präzise auf die Felle ein, der Bass wummert und Gilchrist flitzt über die Saiten. Einfach nur sehr geil und nach „Into The Black“ ein weiteres Highlight. „Born To Die“ verarscht den Zuhörer, beginnt der Song recht langsam und man denkt im ersten Moment, dass es sich hierbei um eine Ballade handelt. Weit gefehlt! Im Laufe der Spielzeit entpuppt sich der Track als astreiner Rocker mit einer bestens aufgelegten Frau Donnelly. Highlight No. 3!
Nach knappen 50 Minuten endet dieses starke Stück Schwermetall und zählt, meiner Meinung nach, zu den stärksten Releases des Genres.
Aufgrund der nicht ganz so prickelnden Produktion gibt es von meiner Seite einen ganz leichten Punktabzug. Musikalisch ist „Firebrand Super Rock“ erste Sahne und bekommt von mir 8 Punkte. Der Mix klingt dagegen wie saure Sahne, ergibt einen Punkteabzug von 0,5 Punkte. Am Ende bleiben sehr ordentliche und solide 7,5 Punkte für ein herrlich erfrischendes Heavy Metal Album und die Vorfreude auf weitere Taten der 3 Jungs mit der tollen Sängerin in ihrer Mitte.
Götz
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