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Rising Records versorgten den Thrash Liebhaber, in den letzten Wochen, mit zwei richtig guten Veröffentlichungen. INDESTRUCTIBLE NOISE COMMAND und IN COLD BLOOD konnten mit ihren Releases, die Fans des gradlinigen Thrash Metal und Modern Thrash, vollends überzeugen. Nun hat sich das britische Label eine weitere Combo in den Stall geholt, die uns mit ihrem harten Sound verwöhnen und begeistern möchte.
Die polnischen FANTHRASH (völlig blöder Name!) krebsen schon seit 25 Jahren im Underground herum und haben, außer einige Demo- und einer EP Veröffentlichung, noch nicht viel reißen können. Teilweise ist „Duality Of Things“ old school-lastig ausgefallen und erinnert mich ein wenig an SLAYER. Auf der anderen Seite versuchen sie ihren Stil durch genreübergreifende Elemente zu erweitern, womit mich die Band nur ansatzweise überzeugt. Als die Band gegründet wurde nannten sie sich noch FANTOM (entscheidet selbst, welcher Name blöder ist!) und frönten noch dem straighten Thrash. 1987 komplettierten sie ihr Line-Up, und veröffentlichten in den '90 Jahren ein 3-Track Demo, bevor sie sich wieder auflösten. Seit Beginn des neuen Jahrtausends gibt es die Band wieder und präsentiert sich erwachsener und experimentierfreudiger. 2010 meldeten sich die Polen mit der EP „Trauma Despotic“ in der Szene zurück.
FANTHRASH bestehen aus: Less, Gesang Grzegorz Obroslak (Greg), Gitarre Pilate, Gitarre Mariusz Ostep (Mary), Bass Radd, Schlagzeug
2011 klingen FANTHRASH weiterhin stark nach ihren Vorbildern SLAYER, DESTRUCTION und KREATOR, kokettieren aber auch mit Elementen aus dem Death Metal und Black Metal Genre. Das liest sich im ersten Moment sehr positiv und lässt auf eine richtig geile Thrash Metal Granate hoffen, aber leider sieht es in der Realität doch etwas anders aus. Die Polen agieren teilweise sehr frickelig und bauen sehr komplexe Passagen in ihr Material ein, worauf es zum Verlust der Nachvollziehbarkeit kommt und das Hörvergnügen leidet. Sie punkten, sobald sie sich ihrer Roots besinnen und das machen, was sie auch beherrschen, nämlich straighte Thrash Nackenbrecher intonieren. Diese sprühen zwar nicht unbedingt vor Eigenständigkeit, haben aber einen gewissen Unterhaltungswert.
Nach einem kurzen Intro, welches total überflüssig und nichtssagend ist, packen FANTHRASH erst einmal die Thrashkeule aus und präsentieren mit „Allocation Of The Soul“ eine nette Nummer, die im weiteren Verlauf immer wieder komplexe Parts enthält, welche den Song aber nicht negativ beeinflussen. Als richtiger Nackenbrecher entpuppt sich „Forced“. Hier kombinieren die Polen schnelle Uptempo- mit getragenen Parts. Das Wechselspiel funktioniert bei der Nummer sehr gut. Irgendwo ab der Mitte des Songs verheddern sich die Fünf ein wenig und der roten Faden scheint verloren zu gehen, aber zum Schluss fängt sich die Band wieder. Der Titeltrack wurde nach dem identischen Muster wie „Forced“ komponiert, verliert sich aber ab der Mitte im totalen, leicht chaotischen Gefrickel und schafft es erst wieder zum Schluß, den Hörer ein bisschen versöhnlich zu stimmen. Dann folgen mit „Under The Open Sky“ und „Trauma Despotic“,bei denen mir einfach das Verständnis und der Zugang fehlt. Erst mit dem coolen „Green Tattoo“ finden FANTHRASH wieder zu ihren Stärken zurück und präsentieren eine Nummer, welche guten und komplexen old school Stoff bietet. Die restlichen 3 verbleibenden Nummern sind keiner weiteren Erwähnung wert.
Das Material auf „Duality Of Things“ pendelt zwischen „unhörbar“ und „respektable Leistung“. Also ein Licht und Schatten Album, bei dem der Thrash Fan sich am besten sein eigenes Bild macht.Fans von KREATOR, DESTRUCTION und SLAYER können dem Album ja mal eine Hörchance geben.
Die musikalischen Fertigkeiten, der einzelnen Bandmember, hieven das Debütalbum der Polen auf 6,5 Punkte.
Götz
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