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„Hey toll! endlich mal wieder etwas Progressive Metal!“ Als ich den Beipackzettel gelesen hatte, war meine Freude dementsprechend groß und voller Eifer schmiss ich meinen Player an. So einfach lassen sich die Franzosen von ETERNAL FLIGHT mit ihrer Mucke, die auf „Diminished Reality, Elegies And Mysteries“ vertreten ist, nicht in den großen Topf Progressive Metal reinzwängen. Wie schon auf den beiden Vorgängern bieten die Gallier eine ansprechende Mischung aus Power und Progressive Metal, die vor allem von einer erstklassigen Instrumentalisierung lebt. Das Debüt „Positive Rage“ gefiel mir, zur damaligen Erscheinungszeit, wirklich gut und natürlich war ich sehr gespannt, inwieweit die Band/bzw. das Projekt es geschafft hat, den damals eingeschlagenen Weg weiter auszubauen.
Bandkopf Gérard Fois hat inzwischen eine vollwertige Band um sich gescharrt, welche aber nur teilweise auf D.R.E.A.M.S. zu hören ist. Fois zeigt sich neben dem Gesang auch für alle Bass-, Keys- und Acoustic Guitars - Parts verantwortlich.
Seine permanenten Mitstreiter sind: Julien Bouvier - Rhythm und Lead Guitars bei allen Songs Chris Gojon - Rhythm und Lead Guitars bei „Introduction To D.r.e.a.m.s” und „Night People” Julien Racine - Schlagzeug bei Introduction To D.r.e.a.m.s” und „Night People” Adrien Zoni - Bass bei “Introduction To D.r.e.a.m.s” und „Night People”
Bei den anderen Tracks des Drittlings griff Fois auf die Unterstützung von namhaften Musikern zurück. Unter anderem wirkten Mark McGee (Ex - VICIOUS RUMORS), Ricardo Confessori (ANGRA und SHAMAN) und Chris Caffery (SAVATAGE) mit.
D.R.E.A.M.S. stellt eine abwechslungsreiche Symbiose aus Prog und Power Metal dar und kann streckenweise, aufgrund der hohen musikalischen Fähigkeiten, überzeugen. An Monsieur Fois Gesang werden sich aber die Geister scheiden. Wenn er in der mittelhohen Tonlage singt, gefällt mir sein variabler Stil recht gut, aber sobald er ansetzt, um in höhere Gefilden abzudriften, hinterlässt er bei mir nicht immer einen guten Eindruck. Der sirenenartige Gesang ist mir einfach zu schrill. Grundsätzlich habe ich überhaupt nichts gegen Sänger, die sich in höhere Tonlagen versuchen, aber wie schon geschrieben, bei Fois überzeugt mich die Leistung nur ansatzweise.
Nach dem kurzen Intro „Introduction To D.R.E.A.M.S.“ startet das Album mit dem Power Metal Song „Release The Unreal“ sehr ordentlich und verleitet zum Headbangen. Ob Fois hierbei eine gute Figur abgibt oder auch nicht, überlasse ich dem Hörer. Für meinen Geschmack hätte er sich den hohen Gesangspart auch sparen können. Die restliche Gesangsleistung überzeugt hingegen bei der Nummer. „Firedancer“ startet mit einer monoton wirkenden Pianoeinlage und steigert sich im Verlauf zu einer tollen, vertrackten Midtempo – Nummer. Ich halte Fois für einen sehr variablen Sänger, aber auch bei dieser Nummer überzeugen mich seine hohen Screams weniger. Anschließend folgt mit „Fantasea“ eine tolle, leicht pathetische, Midtempo-Nummer, die zu den Highlights des Albums gezählt werden muss. Der Rhythmus und die Keyboardsamples bieten den idealen Nährboden für die Gitarre und Fois Stimme. Der Track ist einfach spannend arrangiert und fesselt den Hörer bis zum letzten Ton. „Freedom Is My Race“ ist ein idealer Wachrüttler, der von seiner Gitarrenarbeit, einem komplexen Schlagzeug und einer hervorragenden Gesangsleistung lebt. Das etwas düster gehaltene „Nightmare King“ ist ein intelligent arrangierter Headbanger, dessen Riffs teilweise in Richtung Thrash tendieren. Der Track ist definitiv zu den stärkeren Nummern auf „D.R.E.A.M.S. zu zählen. Nach den zwei schnelleren Nummern nimmt die Band ein bisschen das Tempo heraus und präsentiert mit „Black Sun“ einen, teilweise mit Acoustic Guitar unterlegten, ruhigen Song, bei dem man herrlich entspannen kann. Der Beginn von „The Meeting“ gaukelt einem vor, dass es sich hierbei wieder um eine ruhige Nummer handelt … aber weit gefehlt! Nach einer orientalisch anmutenden Passage macht der Song eine 360 Grad Wendung. Die Gitarren jaulen kurz auf und ETERNAL FLIGHT bieten eine astreine, leicht komplexe Nummer. Der Sänger gefällt mir bei der Nummer wirklich verdammt gut. Auch der Track kann mich überzeugen und zählt zu den Highlights. „The Tower“ ist wieder eine gradlinige Power Metal Nummer, bei der der Refrain einen verdammt hohen Wiedererkennungswert hat. Die vorletzte Nummer ist für mich der absolute Schwachpunkt. „Goodbye“ trieft nur so vor Klischees und abgenudelten Songstrukturen. Während des Refrains schießt mir der Vergleich zu PRIEST's „United“ in den Kopf. Der Track eignet sich wunderbar zum Fremdschämen. Mit dem wirklich super vorgetragenem DIO Cover „Night People“ machen ETERNAL FLIGHT verlorenen Boden wieder gut und stimmen mich versöhnlich. Ich liebe die Originalnummer und die Franzosen hinterlassen einen wirklich positiven Eindruck mit ihrer Interpretation.
Hmmm, so richtig begeistert bin ich vom dritten Album der Franzosen nicht und ich weiß auch nicht, ob der aktuelle Longplayer ihrer Karriere einen Schub nach vorne geben wird. D.R.E.A.M.S. stellt meines Erachtens eine solide Leistung dar, wie auch schon die beiden Vorgänger.
Mehr als eine knappe 7 Punkte Wertung sehe ich nicht, dafür hapert es für meinen Geschmack noch zu sehr am Gesang und teilweise am Songwriting (siehe/höre „Goodbye“). Götz
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