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Electric Boys front cover
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Band: Electric Boys
Album: And Them Boys Done Swang
Spielzeit: 44:13 min.
Plattenfirma/ Vertrieb: Escape Music/ H'ART
Homepage: www.electricboys.com
VÖ: 03.06.2011
Wertung: 9 von 10
Die meisten Band Reunions sind so sinnvoll, wie das Pissoir für die Frau. Ganz anders sieht es bei der Wiedervereinigung der Schweden ELECTRIC BOYS aus. Ich werde den Jungs sogar noch den Vorschlag unterbreiten, sich jetzt wieder aufzulösen, um sich dann anschließend wieder zu reformieren und ein noch stärkeres Album zu veröffentlichen, zu touren und sich dann wieder aufzulösen. Anschließend sollen sie sich dann wieder … Das Comeback  Album der BOYS ist eine ganz große GEILEREI geworden und bringt mich echt um den bisschen Verstand, den ich noch habe.

Anfang der '90er Jahre erschien „Funk –O– Metal Carpet Ride“ auf dem internationalen Markt (nachdem es in Schweden mit teilweise anderen Songs, 1989 erschien) und hinterließ bei Kritikern und Fans offene Münder.
Ihre frische Mixtur aus hartem Rock, Funk und Psychedelic Rock Anleihen wusste einfach nur zu begeistern. Leider gelang es der Band nicht, obwohl die Folgealben nicht schlecht waren, an diesem Erfolg anzuschließen. Nach einem Farewell Konzert löste sich die Band 1994 auf. 

Conny Bloom und Andy Christell spielten anschließend einige Jahre bei den wieder reformierten HANOI ROCKS und beschlossen 2009 ihre alte Band wiederzubeleben.
Im selben Jahr erschien auch das „Best Of“ Album der Band.
Wie zu Anfangstagen bestehen die ELECTRIC BOYS aus:
Conny Bloom – Gesang & Gitarre
Franco Santunione - Gitarre
Andy Christell - Bass
Niclas Sigevall – Schlagzeug

Auf „And Them Boys Done Swang” klingen die vier Schweden noch besser, frischer und rotziger, als auf ihrem viel gelobten Debüt. Die BOYS erinnern mich an eine Mischung aus AEROSMITH, zu deren tollen „Permanent Vacation“ Zeit, den BEATLES, in deren Psychedelic Phase (manche Gesangs-/Refrainharmonien lassen Parallelen zu) und einem sehr funkigen LENNY KRAWITZ. Dies wird so etwas von frisch und unverbraucht an den Mann gebracht, dass man hinter der Band eher eine blutjunge Band vermutet, anstatt so gestandene und routinierte Musiker. Die Band groovt sich im wahrsten Sinne den Arsch ab und Bloom überzeugt mit einer souveränen Gesangsleistung.

Gleich der Opener „Reeferlord“ überzeugt auf ganzer Linie. Der tolles Heavy Rocker geht kompromisslos nach vorne ab und drückt mich in meinen Bürosesselpolster. Natürlich kommt, neben den konventionellen Rockriffs, auch die Funk Vorliebe der Gitarristen zum Vorschein, wobei sie sich dezent zurückhalten. „My Heart's Not  For Sale“ ist ein Funk Rocker der mit einem sehr geilen, psychedelischen Refrain/Chorus aufwartet. Klingt für mich wie AEROSMITH auf Funk. Die ersten paar Sekunden von „Father Popcorn's Magic Oysters“ beginnen mit einem geilen, an die BEATLES angelehnter Gesang/Refrain Part, der sich wie ein roter Faden durch den Song zieht. FAB FOUR treffen auf heavy & funky Rock umschreibt den Track am Besten. Die Heavy Rock Keule wird anschließend bei „Angel In An Armoured Suit“ ausgepackt und geht schnell ins Ohr. Es ist einer der straighteren Songs mit einer tollen Gitarrenarbeit. Es folgt ein Song für die „Feuerzeug in die Luft halt – Fraktion“. Völlig kitschfrei kommt die tolle Ballade „Ten Thousand Times Goodbye“ daher und erinnert mich sehr stark an die LUFTSCHMIEDE. Da die Band sich wohl gerade warm gespielt hat und Tyler & Co. bei den Jungs ganz hoch im Kurs stehen, hauen sie mit „The House Is Rockin“ gleich einen weiteren Rocker in bester AEROSMITH Manier raus. Neben der klasse Gitarrenarbeit von Bloom und Santunione muss unbedingt das Drumming von Niclas Sigevall erwähnt werden. Er überrascht durch ein verdammt heavy und variables Schlagzeugspiel und verleiht dem Song eine gehörige Portion druck. Die Groovemaschine wird bei „Welcome To The High Times“ angeworfen. Heavy- und Funky Riffs wechseln sich ab, Bloom klingt wie ein LENNY KRAWITZ und Christell's Bass kommt angenehm zum Vorschein. Der basslastige Groover geht sofort in die Beine und ist an coolness kaum noch zu überbieten. Sehr geiles Stück, welches sich zu einem kleinen Tansflächenabräumer entwickeln könnte.
Wiederum ist es Christell, der bei der nächsten Nummer, das Blatt in die Hand nimmt. Er drückt dem typischen '70er Jahre Funk Rocker seinen Stempel auf. Die BOYS bleiben noch ein bisschen im Retro-Land und liefern mit „Put Your Arms Around Me“ ein weiteres, sehr starkes Funk Groove Monster ab. „The Day The Gypsies Came To Town“ ist Psychedelic Rock aus den späten '60er Jahre und die erste und einzige Nummer, der ich wenig abgewinnen kann. Tja und dann kommt der ÜBERHAMMER! Der mit Bläser Samples angereicherte funky und heavy Rocker „Rollin´Down The Road“ verfügt über einen geilen und einprägsamen Refrain/Chorus, den ich jemals gehört habe. Einfach nur atemberaubend und geht einfach nicht mehr aus dem Ohr! Auf dem straighten Heavy Rocker „A Mother Of A Love Story“ wird gewohnte grundsolide Kost geboten. Er beendet auch ein wirklich phantastisches, vielseitiges Rock Album.

Trackliste:
1- Reeferlord
2-My Heart’s Not For Sale
3-Father Popcorn’s Magic Oysters
4-Angel In An Armoured Suit
5-Ten Thousand Times Goodbye
6-The House Is Rockin’
7-Welcome To The High Times
8-Sometimes U Gotta Go Look For the Car
9-Put Your Arms Around Me
10-The Day The Gypsies Came To Town
11-Rollin’ The World
12-A Mother Of A Love Story

„„And Them Boys Done Swang” ist einfach ein wahnsinnig tolles Hörerlebnis und sollte jedem aufgeschlossenen Rockfan zusagen. Hier stimmt einfach die Gesamtleistung. Ein sensationell gutes Songwriting, eine tolle Produktion und dazu noch die enorme Spielfreude der Band, die man zu jeder Sekunde heraushört, machen das Album zu einem der herausragendsten Alben der letzten Monate.

Eine Reunion die Sinn macht und noch für Aufsehen sorgen wird!

Ganz klar, mit dieser geilen Scheibe haben sich die ELECTRIC BOYS aber so etwas von in die HALL OF FAME katapultiert. 9 Funk Rock Sterne grooven sich mal ganz lässig in Richtung meines Rockhimmels.
Götz

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