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Band: Dritte Wahl Album: Gib Acht! Spielzeit: 47:55 min. Label/ Vertrieb: Dritte Wahl Records/ Soulfood Veröffentlichung: 05.11.2010 Homepage: www.dritte-wahl.de Wertung: 7 von 10 Mit Gib Acht erscheint das achte Studioalbum der Punk-Rocker Dritte Wahl. Kann man sich ja leicht merken und schon mal spekulieren, wie welchen Titel wohl das neunte Album versehen wird: Ach, du grüne Neune? Wollen wir doch mal hören, was die drei Rostocker nach fünfjähriger Pause geschaffen haben. Los gehts mit dem Titeltrack Gib Acht. Typischer Punk-Sound mit straightem Gesang und einfach gehaltenen Riffs. Textlich geben sie sich gewohnt politisch und gesellschaftskritisch. Zum Beispiel heißt in einer Zeile Gib Acht, wenn wir Ressourcen schonen, Leistung soll sich wieder lohnen. Grade erst ins Netz gestellt, weiß es schon die ganze Welt.. Weitaus freundlicher und vom Ska beeinflusst gehts bei Track 2 – Das Sieht Gut Aus – zu. Natürlich dürfen hier die Trompeten nicht fehlen. Aber mit einer Spiellänge von 3:34 Minuten vielleicht etwas zu lang für einen Punk-Ska Song. Ein interessantes Intro bietet Wo Ist Mein Preis? Hier kommt nämlich ein Spinett zum Einsatz, das mit seinen barocken Klängen dem Song einen ganz besonderen Charakter verleiht. Auch im Mittelteil gibts ein kontrapunktisch-durchbrochenes Spinett-Solo. Ein toller Mitsing-Song! Ich Bin Dafür ist ebenfalls so ein Mitgröl-Song im Mid-Tempo. Nett auch die Zeile: Ich Bin Für Ein Gitarren-Solo..Das dann auch einsetzt. Leicht metallisch angehauchte Riffs gibts bei Alles Wird Gut. Erinnert an manchen Passagen an In Extremo. Keine Angst könnte auch ein Song von den Onkelz stammen, auch wenn das die Herren der Dritten Wahl wohl nicht so gerne hören werden. Eigentlich ist es ein eingedeutschtes Cover der polnischen Band Farben Lehre. Auch bei Track 7 entfernt man sich vom gewohnten Deutsch-Punk-Sound und setzt auf ungewöhnliche Klänge. Hier gibt es einen Gastauftritt von Dudelsack-Spieler Dr. MaBoose von Cultus Ferox. Leider weisen die Dudelsackparts keine besondere Abwechslung auf und mit einer Länge von 4:24 Minuten wirkt der Song dann auch etwas langweilig, obwohl er zum Ende hin schneller wird, ganz à la Speedfolk. Mama, Hol Den Hammer ist wieder typisch Punk-Rock mit netten Volksliedeinlagen wie Muss I Denn, Muss I Denn Zum Städtele Hinaus. Melancholischer wirds bei Ich Bin's: mit Klavier-Intro und balladeskem Gesang. Bei Track 13 wird per musikalischer Annonce nach einer jungen Frau zum Mitreisen gesucht. Lustiger Text, Mitsing-Charakter, kurz und knackig in typischer Punk-Manier. Total nervig ist dagegen das Keyboard-Intro von Track 14. Auch hier kommt die Band nicht wirklich in die Gänge und das nervige Keyboard taucht an manchen Passagen wieder auf..Richtig sinnlos – und vermutlich im Sinne des Punk – erscheint Nummer 15: Bonusquatsch. Hier hört man anfangs noch Vogelgezwitscher, dann nur noch undefinierbare, leise Geräusche. Da fragt man sich doch: Brauchts Des? Zum Abschluss hören wir noch eine abgewandelte Form von Ich Bin Dafür. Dieses Mal mit Geigensolo. Abschließend kann man sagen, dass es ein nettes Album geworden und auch die Gestaltung recht abwechslungsreich – verschiedene musikalische Einflüsse und punkfremde Instrumente wie Spinett und Dudelsack – ausgefallen ist. Man muss auch zu gute halten, dass die Texte in der Landessprache gesungen werden, was ja gerade in der heutigen Zeit schon als Rarität gelten darf. Punkteabzug gibts aber für die Ähnlichkeit mit Bands wie Die Ärzte, Die Toten Hosen oder In Extremo. Zudem möchte ich den Bonusquatsch als Auffüller bemängeln. Franziska
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