|
Nach dem Weggang von Gründungsmitglied, Schlagzeuger und Mitsongwriter Mike Portnoy 2010 und dem Ersatz in Gestalt von Mike Mangini markiert das eben erschienene „A Dramatic Turn Of Events“ tatsächlich eine Art Neuanfang für die Band. Denn während musikalisch der Progressive Metal der New Yorker sich tatsächlich vielen anderen Stilen öffnete und der Fan immer wieder überrascht werden konnte, waren größere Besetzungswechsel glücklicherweise nicht an der Tagesordnung. Umso überraschter war ich dann aber, als ich mich intensiver mit „A Dramatic Turn Of Events“ befasste. Denn im Grunde genommen orientieren sich James LaBrie (Voc.), John Petrucci (Git., Voc.), John Myung (Bass), Jordan Rudess (Keys) und eben Mike Mangini an den Werken vor dem 2005er Opus „Octavarium“. Besonders im Vergleich zu „Systematic Chaos“ fällt mir als Nicht-DREAM THEATER Jünger auf, dass die doch sehr moderne harte Ausrichtung wieder dem melodischerem klassischerem Progressive Metal gewichen ist. Und mir entsprechend gut gefällt. Allerdings muss ich gestehen, dass mir manchmal die frischen neuen Ideen fehlen und ich manches Mal denke: Hab ich das nicht so ähnlich zumindest schon mal gehört? Doch wenn man sich einen 10-Minuten Song wie „Lost Not Forgotten“ anhört, dann muss ich sagen, dass mir James LaBries Gesang selten besser gefallen hat und die Melodien einfach nur genial geworden sind. Dazu die DREAM THEATER typisch tolle Produktion. Und „Bridges In The Sky“ erinnert mich von der Melodieführung gar an ANGRAs Meisterwerk „Holy Land“, nur dass es natürlich von DT umgesetzt ist und entsprechend noch mehr progressive, teilweise fast an Weltmusik erinnernde Elemente bietet. Das Gitarrensolo/Keyboardsolo Duell ist dann auch einer der wenigen Momente, die bei mir echte Gänsehaut hervorrufen. Auf der Habenseite steht auch die gefühlvolle Ballade „Far From Heaven“, die zwar spärlich instrumentiert, große Gefühle heraufbeschwört. Auch der Rausschmeisser in Form von „Beneath The Surface“ lässt meine Ohren knapp über 5 Minuten frohlocken. Allerdings halten sie diesmal dieses Niveau nicht ganz über die gesamte Spielzeit und das ist andererseits sehr schade. Somit ist „A Dramatic Turn Of Events“ zwar ehrlich wieder besser geworden als z.B. „Systematic Chaos“, mit dem ich bis heute nicht warm werde, zu einem erneuten Meisterwerk fehlt dann aber doch noch ein Stückchen. Der Weg scheint aber schon mal der richtige zu sein.
Markus
|