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Band: Dream Of Illusion Album: Decadence Spielzeit: ca. 58:12 min. Plattenfirma/ Vertrieb: SG Records/7Hard Homepage: www.myspace.com/dreamofillusion VÖ: 14.01.2011 Wertung: 8 von 10 Hereinspaziert, werte Leserschaft! Ich möchte Sie recht herzlich zu unseren italienischen Wochen begrüßen. Bitte nicht drängeln, es ist genügend für alle da. Die starken Veröffentlichungen aus dem Alpenland reißen nicht ab. Für jeden ist etwas dabei …
Momentan verwöhnt uns Italien mit talentierten Gruppen, die genügend Eigenständigkeit besitzen und nicht dem typischen RHAPSODY OF FIRE Muster folgen.
DREAM OF ILLUSION sind eine der jungen Bands, die ihren eigenen Weg gehen. Klar, sie erfinden den Heavy Metal nicht neu, aber ihr Sound kann überzeugen.
Die Band besteht aus: Vocals: Francesco Valentini Guitar: Riccardo De Fanti Guitar: Andrea Giarola Bass: Marco Melegaro Drums: Gianluca Raisi
Angefangen haben die Jungs 2003 als eine reine Coverband, welche Klassiker von Bands wie DEEP PURPLE und GUNS N' ROSES im Repertoire hatten. 2007 arbeiteten sie mit der Sängerin Alessandra Ferrari zusammen. Diese fand an der klassischen Musik mehr gefallen, so dass es zum Split kam. Man begab sich wieder auf die Suche und fand in Francesco Valentini den geeigneten Ersatz. Er präsentiert die Songs mit einer sehr kraftvollen Stimme. Valentini's Stimme ist im mittleren Bereich anzusiedeln und sein melodischer Gesang steht im positiven Kontrast zu den hart gespielten Songs und sorgt dadurch für ein abwechslungsreiches, nicht langweilig werdendes Album.
Anstatt einem Außenstehenden ihr Songmaterial anzuvertrauen, haben DREAM OF ILLUSION die Produktion von „Decadence“ selbst vorgenommen.
Musikalisch orientiert sich die Band an alte NWOBHM Helden und erinnert mich persönlich stark an SAXON. DOI versehen ihren traditionellen Metal mit einer gehörigen Portion Härte, was an dem sehr druckvollen Gitarrenspiel liegt. De Fanti und Giarola verstehen es ihre Riffs punktgenau zu platzieren und überzeugen sowohl bei der härteren Gangart als auch dann, wenn es melodischer zur Sache geht. Die beiden Jungs überzeugen mit ihren Soli und begehen nicht den Fehler die Songs für ihre Egotrips zu missbrauchen. Bassist Melagrao und Drummer Raisi zimmern durch ihr Spiel genau das richtige Soundgerüst, auf dem die beiden Gitarristen aufbauen können. Die Jungs liefern musikalisch eine äußerst positive Vorstellung ab.
Dasses sich bei DOI auch um gute Songwriter handelt, beweisen sie gleich 11 mal auf dem Debütalbum – Intro, Interlude und Outro habe ich nicht berücksichtigt. Es wird geschickt ein modernes und variantenreiches Gitarrenriff oder Drumming im Material eingebaut. Hört euch einfach mal „One Last Chance“ an.
Wenn ich schon auf Songs verweise, möchte ich gleich die Chance nutzen und auf einige Tracks eingehen. „The Crow“ fällt gleich durch ein originelles Gitarrenspiel auf. Die beiden Gitarristen bauen in dem melodisch angelegten Song immer wieder MAIDEN – artige Riffs ein. Bei „Spike Rain“ peitscht Gianluca Raisi durch sein druckvolles und cleveres Drumming die restliche Band wie ein Galeerentreiber nach vorne. Diese nimmt die Aufforderung dankbar an und liefert einen tollen Kopfnicker ab. „Rocker Warrior“ ist ein Rocker, der gegenüber den ersten 2 Songs abfällt. Der Track ist mir einfach zu belanglos und mit einem zu kitschigen Refrain versehen. DOI berappeln sich aber schnell und bieten mit „Mistery“ einen weiteren guten Song, der durch gekonnte Riffs überzeugt. Die Jungs laden danach mit der Ballade „Two Skies“ zum Träumen ein. Fernab von Kitsch und Pomp überzeugt dieser Song. Dies liegt an der dezenten Instrumentalisierung und der großartigen Gesangsleistung von Valentini. Zwei Mitgröhler erster Klasse hauen die Jungs in Form von „Born To Rock“ und „Back To The Evil Age“ heraus und erinnern mich damit an SAXON. Besonders Letzterer hat mich! Chorus und Refrain haben mich einfach umgehauen und die tolle Rhythmusarbeit lässt meine imaginäre Matte propellerartig durch meine Wohnung kreisen.
Trackliste:
1. Intro 2. The Crow 3. Spiked Rain 4. Rocker Warrior 5. Mistery 6. One Last Chance 7. End Of The World 8. Two Skies 9. Through The Storm 10. Born To Rock 11. Interlude 12. Hysteria 13. Back To The Evil Age 14. Outro
DREAM OF ILLUSION beweisen, dass es durchaus talentierte Bands in Italien gibt. Neben SILVER LAKE sind sie eine weitere ernstzunehmende Combo, welche mich überzeugen kann.
Wer auf ideenreichen, traditionellen Heavy Metal mit leichten modernen Einflüssen steht, sollte hier unbedingt zugreifen!
Von mir gibt es wohlverdiente 8 Punkte. Götz
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