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Dogs_Bollocks_New_Saints_Cover

Band: Dogs Bollocks
Album: New Saints
Spielzeit: 42:17 min.
Plattenfirma: Lux Noise
Veröffentlichung: 20.05.2011
Homepage: www.dogsbollocks.ch oder www.myspace.com/dogsbollocksbasel
WERTUNG: 8,5 von 10
Ich freue mich jedes mal riesig, wenn eine Newcomerband durch ihren musikalischen Output überzeugen kann und die mal nicht irgendein Bandmember in ihre Reihen hat, welcher schon in einer bekannten Band gespielt hat. Bei dem jungen Quartett handelt es sich zwar um alte Hasen, aber über einen Insiderstatus ist keine der vorherigen bzw. noch bestehenden Bands hinausgekommen.
Die 4 Helveten von DOGS BOLLOCKS haben sich zu einem Projekt zusammengefunden und schaffen es mal so etwas von locker, sich in die Riege der guten bis sehr guten Schweizer Rock Bands einzureihen.

DOGS BOLLOCKS setzen sich aus Member der Schweizer Bands BITCH QUEENS, ZAMARO und FUCKING BEAUTIFUL zusammen. Alles Combos, von denen ich bis jetzt noch nie etwas gehört habe, aber ich bin auch nicht der große Schweizer Rockszene Kenner. Die Eidgenossen zeigen aber allemal auf, was für ein Potential in unserem Nachbarland schlummert.

Die Band veröffentlichte 2009 ihr Debütalbum „Smokin“, welches mir nicht bekannt ist. Der Silberling wurde wohlwollend von der Musikpresse aufgenommen und schaffte es bei dem britischen CLASSIC ROCK MAGAZINE zum „Track of the day“.  Nur ein Jahr später mussten die Jungs einen herben Rückschlag hinnehmen, da sie ihr Sänger, Giusy Ariniello, von „Jetzt auf Gleich“ verließ. Man fand noch im selben Jahr einen mehr als respektablen Ersatz in Matthew Reya, welcher bei der Band DEAF'N DUMB das Mikro schwingt. Erschien der Erstling noch auf HELIUM Records/EMI, wird der zweite musikalische Rundumschlag „New Saints“ durch das Label Lux.-NOISE vertrieben, dessen Besitzer der Schlagzeuger Hell Hede (Michael Hediger) ist.

Die Formation setzt sich aus folgende Musiker zusammen:
Matthew Reya - Gesang
Kid Krystal - Gitarre
St. Sebastian - Bass
Hell Hede - Schlagzeug

Der Vierer spielt eine sehr coole und kernige Mischung aus Hard Rock, Punk, Garage Rock und wird mit einer leicht düsteren Grundstimmung angereichert. Das ganze kommt frisch und unverbraucht aus den Boxen.
Reya verfügt über ein sehr markantes, rauchiges, kratziges Organ und setzt es perfekt, der jeweiligen Songstimmung ein. Dabei intoniert er einige Songs in einer tieferen Tonlage, teilweise mit einer leicht pathetischen Ausrichtung  und andere Songs werden mit einer höheren, oder auch aggressiveren, Stimmlage vorgetragen. Die restlichen drei Herren überzeugen durch ein tolles Zusammenspiel, welches sehr druckvoll und einfallsreich ist. Krystal's abwechslungsreiches Gitarrenspiel setzt einige sehr gekonnte Akzente. Auch das kraftvolle und variantenreiche Spiel von Hell Hede und St. Sebastian wirkt sich äußerst positiv auf den Gesamtsound der Band aus. Die beiden Jungs wird genügend Freiraum gelassen und können dadurch beweisen, dass sie zu weit mehr fähig sind, als nur eine hervorragende und groovende Soundgrundlage zu liefern. Manchmal erinnern mich die Schweizer von der Grundstimmung ein wenig an die tollen DEATH RIDERS, der Band von OZZY Bassist Blasko, wobei die Schweizer doch um einiges rockiger zu Werke gehen. Die Songs gehen alle sehr schnell ins Ohr und auch ins Bein, denn DOGS BOLLOCKS schreiben sehr abwechslungsreiches Material, welches sehr schnell zum Mitwippen des rechten Beines animiert.
Die Produktion des Zweitling „New Saints“ übernahm, wie auch schon auf „Smokin“, Deezle Imhof und die Band selbst. Sie haben dem Album einen schön kräftigen und frischen Sound verpasst, wie er auch auf einem Rockalbum eine Selbstverständlichkeit sein sollte.

Der Opener „Icon“ ist ein hektischer und mit einer gehörigen Portion Punk angereicherter Rocker, bei dem sich die gesamte Band richtig schön austobt und das ganze erinnert mich ein wenig an THE HIVES. Nach nur 2:27 Minuten ist auch Schluss mit der Eruption und es folgt das coole „Liberty's Falling“. Reya singt einfach klasse und die Band arbeitet sich mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerkes durch den Track. Das wummernde  „Queen of F***ing Everything“ verfügt über einen leichten Horror Rock Touch und Reya's rauer Gesang klingt phantastisch zu der Nummer. Hier könnte man fast meinen, dass die kleinen Brüder von den DEATH RIDERS am Werke wären. „Catch Me If You Can“ ist wieder ein schöner Rocker, wobei der Gesang mir ein bisschen zu pathetisch klingt. Für meinen Geschmack hätte der Gesang einfach nur hart klingen brauchen und den Pathos hätte man in der Schublade stecken lassen sollen. Trotzdem ändert dies nichts an der guten Qualität des Songs. Bei der nächsten 2 Nummern muss ich einfach auf meinen Bürosessel springen und wild zu „Hot Stone“ und „Can't Control“ auf und ab springen. Ein rauer und leicht heiserer Gesang, eine Portion Garage und wieder das gewisse Horror Rock Feeling füllen mein Wohnzimmer und lassen mich einfach nur ausflippen.
Mehr in Richtung Hard Rock tendiert „Fool's Pride“ und hat für den Hörer eine kleine Überraschung parat. Nach ca. 2 ½ Minuten glaubt man, für einige Momente, einen alten bekannten herauszuhören. Die Jungs beweisen Humor und bauen einfach mal so „Rebel Yell“ in den Song mit ein. Coole Idee und tolle Ausführung.

Mir gefällt „New Saints“ sehr gut und die DOGS konnten mich mit ihrem abwechslungsreichen Rock begeistern. Wer auch mal gerne links und rechts vom Tellerrand schaut und sich auch für Bands wie THE HIVES, DEATH RIDERS und MISFITS begeistern kann, sollte hier unbedingt zugreifen.

Das Album rockt, verbreitet gute Laune und die Bandmember verstehen ihr Handwerk. Ich würde die Band gerne mal live erleben.
Sehr gut umgesetzt und ich vergebe 8,5 Punkte.

Trackliste:

1. Icon
2. Liberty’s Falling
3. Queen of F***ing Everything
4. Catch Me if You Can
5. These Pills
6. Hot Stone
7. Can’t Control
8. In A Rush
9. New Saints
10. I’ll Never be What You Want Me to be
11. No Friend of Yours
12. Fool’s Pride
LP-Bonustrack: Heavy Cross

Götz

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