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Band: David Mark Pearce Album: Strange Ang3ls Spielzeit: 49:15 min. Plattenfirma: AOR Heaven Veröffentlichung: 26.06.2011 Homepage: www.davidmarkpearce.com WERTUNG: 7,5 von 10
Der Melodic Rock erlebt zur Zeit seinen zweiten (?) Frühling und die Maße an guten Veröffentlichungen wird langsam unübersichtlich. Fast wöchentlich erscheint ein gutes bis sehr gutes Album aus dem Genre und ich frage mich langsam, wer bei dieser hohen Schlagzahl noch den Durchblick behält, bzw. wer sich alle diese Alben noch kaufen soll. DAVID MARK PEARCE sticht auf jeden Fall schon einmal mit dem Albumcover aus der Menge heraus. Ein bildschöner, fast nackter, weiblicher Engel, der Whisky aus der Pulle trinkt und auch dem Nikotin nicht abgeneigt ist, ziert die Vorderfront. Mir gefällt es, was aber Nebensache ist. Viel wichtiger ist die Frage, ob der britische Gitarrist und seine Begleitband auch musikalisch die Aufmerksamkeit der Rockfans für sich gewinnen kann.
Der in Cornwall lebende Gitarrist gehört schon seit etlichen der Band des Ex - YES Keyboarders OLIVER WAKEMAN an und trat in der Vergangenheit durch sein Mitwirken bei der britischen Melodic Rock Formation UNION JANE und ARJEN LUCASSEN's STREAM OF PASSION Projekt in Erscheinung. Nun präsentiert sich Mr. PEARCE als Kopf seines gleichnamigen Projektes und hat für „Strange Ang3ls“ eine exzellente Armada an Kollegen um sich gescharrt, welche ihn tatkräftig beim Einspielen des Silberlings, unterstützten. Mit dabei waren so wohlklingende Namen wie: Göran Edman (Ex - YNGWIE MALMSTEEN, JOHN NORUM, TALISMAN etc.) - Gesang John Payne (Ex - ASIA) - Gesang C. S. Brown (GHOST CIRCUS) - Bass Mikael WIKMAN (Ex - VINDICTIV) - Schlagzeug Special Guest: Oliver Wakeman (Ex -YES) - Keyboard
PEARCE verzichtet auf „Strange Ang3ls“ darauf, sein von BLACKMORE stark beeinflusstes Gitarrenspiel in den Vordergrund zu stellen, sondern fügt sich in das sehr homogen spielende Projekt ein. Wie auch den anderen Musiker, bleibt ihm natürlich genügend Raum, um sein Können zu präsentieren. DAVID MARK beweist, dass er nicht nur ein exzellenter Gitarrist ist, sondern das er auch als Produzent seinen Job hervorragend versteht. „Strange Ang3ls“ verfügt über einen glasklaren und druckvollen Sound. Die musikalische Ausrichtung ist durch diese wirklich superb zusammengestellte Formation schon einmal vordefiniert! DAVID und Kollegen spielen astreinen Hardrock/ Melodic Rock, der einen hohen dramaturgischen und symphonischen Anteil hat. Dadurch erinnert mich das Material ganz entfernt an MAGNUM, JACOBS DREAM oder auch an ASIA und setzt sich von den meisten Veröffentlichungen des Genres, die in letzter Zeit erschienen sind, erfrischend positiv ab. Der Brite hat ein erstklassiges Händchen bei der Auswahl der Sänger bewiesen, denn sowohl EDMAN als auch PAYNE laufen zur Höchstform auf. Ihr markanter Gesangsstil passt einfach vorzüglich zu den symphonischen Kompositionen. Der ehemalige ASIA Fronter übernahm die Lead Vocals bei den Songs „Tell Me Why“, „To Live Again“ und beim Rausschmeisser „So Far From Heaven“ und EDMAN sang die restlichen 5 Songs ein, bei denen Vocals vorgesehen waren. Leider hat das Debütalbum aber auch ein paar songwriterische Schwächen und kann mit den ganz großen Bands nicht ganz mithalten. PEARCE setzt teilweise auf tolle Hooklines, erstklassige Melodienarrangements und grandiose Refrains/ Background Vocals, bei anderen Songs schafft er es leider nicht, diesen die nötige Tiefe zu verleihen und dadurch plätschert so mancher Song an mir vorbei, ohne hängen zu bleiben. Als Beispiel möchte ich hier den Song „Shelter Me From The Rain“ aufführen. Der eingängige Rocker ist recht simpel konzipiert und bei den ersten Durchgängen weiß er auch zu gefallen, aber umso öfter ich mir den Song anhöre, nervt der etwas einfältige Refrain, welcher sich viel zu oft wiederholt und der ideenlose Verlauf des Tracks. Gott sei Dank ist das schwächere Material in der Minderheit.
Der erste richtige Song „Alone I Cry“ ist ein toller AOR Rocker, der besonders von GÖRAN's tollen Gesang lebt. Auffällig ist das harmonische Zusammenspiel zwischen Keyboard und Gitarre. Beide Instrumente haben den gleichen Stellenwert. PEARCE Solo lässt das Herz jedes BLACKMORE oder MALMSTEEN Fans höher schlagen und macht einfach nur Spaß. Mein persönliches Albumhighlight ist „Tell My Why“. Der Midtempo Song umgibt ein kleiner Hauch von MAGNUM, ohne als Plagiat zu wirken. PAYNE brilliert stimmlich und besonders der Refrain lässt keine Wünsche offen – pures Gänsehaut Feeling! Im Mittelteil soliert der Saitenhexer und lässt sich von einer Keyboardsequenz ablösen, um dann anschließend mit einem ganz kurzen Solo fortzufahren, bevor JOHN PAYNE wieder mit seiner tollen Gesangsleistung weiter macht. Eine wirklich ganz starke Leistung der gesamten Formation! Auch der Titeltrack „Strange Ang3ls“ gehört definitiv zu den stärkeren Songs. EDMAN's klarer Gesang gefällt mir sehr gut, aber es ist wiederum der Gitarrist, der dem Song die nötige Würze verleiht. Beim sehr abwechslungsreichen Hardrocker „Save Your Prayers“ ist es GÖRAN's Stimme, die den Song zu einem weiterem Higlights macht. Er intoniert den Song mit soviel Hingabe und Feeling, dass es den Hörer regelrecht umhaut. Der Song ist ein absoluter Ohrwurm. PEARCE zeigt, dass er durchaus in der Lage ist phantastische, vor Ideen strotzende Songs schreiben kann.
Trotz der von mir angesprochenen Schwächen im Songwriting gefällt mir das Debütalbum des britischen Saitenhexers und seiner Begleitband gut. Noch ist dem Gitarristen der ganz große Wurf verwehrt geblieben, aber wenn DAVID MARK PEARCE das Manko auf der nächsten Scheibe einstellen kann, verspreche ich euch einen absoluten Kracher.
Melodic Rock Fans können hier bedenkenlos zugreifen, da „Strange Ang3ls“ eine gute Ergänzung zu Alben der besagten JACOBS DREAM, MAGNUM etc. ist. Von mir gibt es gute und ausbaufähige 7,5 Punkte und ich bin auf den weiteren Werdegang des ambitionierten Projektes gespannt.
Trackliste: - Ang3ls (Help Us) - Intro - Alone I Cry - Shelter Me Form the Rain - Tell Me Why - Every Time it Rains (Instrumental) - Strange Ang3ls - To Live Again - Save Your Prayers - Eden is Burning - So Far Form Heaven
Götz
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