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Nach dem 2006er Debüt kommt Chris Daughtry mit seinem zweiten Longplayer auf den Markt und setzt dort an, wo er mit seinem Erstlingswerk aufhörte. "Never change a running system" fällt mir dabei ein, denn wie auch bei der ersten Scheibe blieb Daughtry seinem Label RCA treu und griff erneut auf die erfolgreiche Zusammenarbeit von Chad Kroeger (Nickelback) zurück. Neben Ryan Tedder (One Republic) und Jason Wade (Lifehouse) findet sich auch ein weiterer Großer in persona von Richard Marx auf dem Album wieder. Erfolg vorprogrammiert...
Was anfangs wie ein weiterer Silberling von Nickelback klingt, entpuppt sich nach und nach zum authentischen Stil von Daughtry, mit dem er bekannt geworden ist. Post-Grunge in seiner wohl besten Form. Keine aufdringlichen Gitarren, kein Wischi-Waschi-Rock, sondern bodenständig, erdig und ehrlich. Chris Daughtry beweist einmal mehr, das er ein ganz großer werden kann in dem Geschäft. Was letztlich nicht nur darauf zurück zu führen ist, das er sehr guten Beistand erhält. Nein, Daughtry überzeugt weiterhin mit seinen guten Songs, das richtige Gefühl für die Ausgewogenheit der Songs. Hier ist nichts zu viel und nichts zu wenig.
Was mich allerdings ein wenig verstimmt ist die Tatsache, das die Songs ein wenig ausgebremst wurden gegenüber dem Vorgänger. Bekommt man beim Opener "You don´t belong" den Grunge um die Ohren gesemmelt, so driftet das Album mit zunehmender Spieldauer immer mehr in Mid-Tempo Rock, der, wenn er nicht so modern aufgemacht wäre, selbst einen leichten Hauch von Mainstream oder AOR bekommen könnte. Keine Sorge, so seicht sich das jetzt im ersten Moment liest ist es dann nun doch nicht. Es fällt nur eben ein wenig auf, das die Songs eher ruhiger und ausgewogener gestaltet sind, als noch beim Debüt, wo es die Jungs um Daughtry schon mal scheppern lassen konnten.
Ob es nun daran gelegen hat, das RCA ein klein wenig die Handbremse gezogen hat, weil man mit Nickelback schon den Top-Vertreter in Sachen Post-Grunge in seinen Reihen hat, oder ob die Auswahl der Mitkomponisten diesmal dafür Pate standen, das es sich bei Leave this town um ein klein wenig ruhigeres Album handelt, bleibt einfach mal dahin gestellt. Ich für meinen Teil finde es eine gelungene Fortsetzung, die hier und da sehr an Nickelback erinnert, oder manchmal zu brav daher kommt. Daughtry ist und bleibt für mich der Newcomer der es bewiesen hat, keine Eintagsfliege zu sein.
Jockel
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