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Das Leben ist hart, das Musikerleben besonders. Und auch für Promoagenten und Reviewer ist der Job manchmal nicht wirklich easy. Vor allem wenn man in der Werbe-Info sich vor Euphorie überschlagende Kritiken von der renommierten Schreibergilde lesen kann, die einem Joan Jett, Courtney Love sowie die weibliche Antwort auf AC/DC und Led Zeppelin versprechen. Leider ist dann die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit doch meist recht groß, doch derart gewaltig wie im Falle von Citizen Charlie kann es eigentlich gar nicht sein. Um wen handelt es sich hier eigentlich ? „Citizen Charlie“ sind die Band einer gewissen Charlie Forsberg (weiblich) aus Oslo in Norwegen. Ihr erstes, mir nicht bekanntes Album unter dem „Citizen Charlie“-Banner erschien im Jahr 2008. Und nun erscheint in unseren Breiten erheblich verspätet (ein Schelm wer Böses dabei denkt!) das Zweitwerk „Up Yours“, welches die Musikwelt aus den Angeln heben soll. Also wenn es das ist, auf das die Musikwelt musikalisch gewartet hat, dann gute Nacht schöne Bauerntochter. Bereits im Opener „Until The Day“ vergrault einem eine Schrammelgitarre sowie der absolut ausdruckslose, immer gleich klingende Gesang der Hauptprotagonistin die Stimmung. Stimmlich vernehme ich weder was von Amy Lee noch von Courtney Love sondern eher von Lita Ford nach einer durchzechten Nacht oder einer Nena auf Sparflamme. Wenn die Stimme dann in luftige Höhen geht, wird es so dünn wie am Mount Everest ohne Sauerstoffgerät. Leider bleibt da auch so: Ausgelutschte Powerchords wechseln sich mit Power-Pop-Zitaten a la‘ Avril Lavigne und ab und an wird die Gitarre etwas tiefer gestimmt, um wohl etwas „evil“ zu wirken. Wirkt nur leider Gottes klischeehaft hoch drei und der gewollt schnodderige Gesang irgendwie peinlich. Die ideenlose Mucke wird noch dadurch unterstrichen, dass gut drei Viertel der Songs einfach per Fade-Out beendet werden, wobei man dann letztlich froh ist, dass das Elend dann vorbei ist. Die Songs kann man an sich nur in drei Kategorien einteilen: „Nervig“, „peinlich“ und „Was soll das denn?“. Ganz schlimm zum Beispiel „Give It Up“, dass wirklich mehr als passend betitelt ist. Einzig „So You Think“ ist einigermaßen akzeptabel, da mit einer recht netten Melodie ausgestattet, aber der Rest geht wirklich gar nicht. Ich frage mich auch, welche Zielgruppe eine derartige Scheibe ansprechen soll. Für die Pop-Kids zu hart und für beinharte Rocker zu poppig. Für das Cover mit dem netten Hintern sowie den oben genannten ein(zig)en guten Song gibt es jeweils einen Extrapunkt, so dass letztlich mit Wohlwollen eine 3 von 10 als Wertung herauskommt.
Martin W.
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