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Ich bin seit über 20 Jahren ein riesengroßer Fan von CHRIS REA, denn er hat die Fähigkeit mit seinem unglaublichen Gitarrenspiel und seiner gefühlvollen Stimme selbst sanfte Popballaden zu etwas besonderem werden zu lassen. Gerade in den letzten Jahren nach seiner schweren Krankheit wurde er für mich zu einem Helden, denn das 11-CD + 1 DVD Meisterwerk „Blue Guitars“ lies bei mir die Kinnlade ein uns andere Mal ganz tief Richtung Boden klappen. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen als es nun hieß, es kommt ein neues Album. Als es dann in der Pressemitteilung hieß, es komme seit 10 Jahren das erste neue Album war ich natürlich irritiert. Anscheinend hat man dort weder von „Blue Guitars“ noch vom 2008er Album „The Return Of The Fabulous Hofner Bluenotes“ gehört. Egal. Also die CD in den Player gelegt. Anschließend hab ich ehrlich schauen müssen, ob mit meiner Anlage alles in Ordnung ist. Denn die Schlagzeugsamples klingen nach einem schlechten Alleinunterhalter-Keyboard, puuh. Besonders die HiHat nervt bei „Dancing My Blues Away“. Und soweit in den Vordergrund gemischt. Neben Chris Rea waren anscheinend auch nur Paul Casey als Produzent und Jon Kelly sowie Tim Young, die die Scheibe gemastert haben, an „Santo Spirito Blues“ beteiligt. Hier hätte eine komplette Band wirklich gut getan und dem guten Songmaterial einfach mehr Leben einhauchen können. „Rock And Roll Tonight“ ist dem Opener sehr ähnlich und auch „Never Tie Me Down“ leidet unter dem eintönigen Drumcomputer, ansonsten wären das wirklich coole Stücke, besonders das letzte glänzt mit tollen Melodien und Slide-Gitarre. Den Tiefpunkt erreicht der miese Schlagzeug-Sound dann aber beim ruhigen „The Chance Of Love“, das mich verdammt an „I Can Hear Your Heartbeat“ erinnert. Mit anderem Sound hätte es ein ähnlich großartiger Song werden können. Bei „Last Open Road“ kann ich außer dem Sound absolut nichts bemängeln, das ist ehrlich ein richtig toller Song. So liebe ich CHRIS REA! Das folgende „Electric Guitar“ kenne ich längst von der vierten CD der „Blue Guitars“ mit dem Unterschied, dass dort der Blues auch wirklich zu hören ist, das Gefühl, die Stimmung alles passt. Die neue Version ist ehrlich seelenlos, besonders wenn man den Vergleich kennt. Ihr seht, bei mir macht sich nicht nur Ernüchterung, nein sogar Enttäuschung breit. Wenn es das nun folgende „Money“ nicht gäbe. Ein jazziger Einstieg mit schönem Plattenrauschen veredelt geht anschließend in eine Country-Blues-Pop Nummer über, die mit genialem Gitarrenspiel und sogar gutem Groove alles auf diesem Album dagewesene überstrahlt. Ebenfalls von „Blue Guitars“ bekannt ist „Dance With Me All Night Long“ nur, dass dort das „With Me“ im Titel fehlt. Hier ist die neue Version, die ebenfalls um einiges poppiger daher kommt, aber sogar ordentlich geworden. Verdammt, was kann ich sonst noch zu der Scheibe sagen? CHRIS REA ist ein fantastischer Songwriter und Gitarrenspieler und so tut mir meine Wertung echt weh, aber in meinen Ohren hört sich „Santo Spirito Blues“ in der reinen CD Version doch ein wenig billig und nach einem „Schnellschuss“ an. Als Alternative bietet Warner glücklicherweise eine 2DVD + 3CD Box an, die neben dem regulären Album noch die beiden Filme „Santo Spirito“ und „Bullfighting“ auf DVD und die entsprechenden Soundtracks auf CD enthält. Und dort zeigt sich, dass CHRIS REA einfach ein wunderbarer Künstler ist, der nur schwer in Schubladen zu stecken ist. Wer sich „Santo Spirito Blues“ zulegt, muss unbedingt die paar Euro mehr investieren. Denn davon hat man tausend Mal mehr, beide Soundtracks sind toll, die Filme Geschmackssache aber auch beeindruckend. Ganz besonders freue ich mich nun, dass ich im Februar 2012 CHRIS REA dann in München auch live bewundern kann, hier wird der Sound definitiv um Längen besser sein.
Markus
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