|
Band: China Blue Album: Twilight Of Destiny Spielzeit: ca. 55:31 min. Plattenfirma/Vertrieb: Frontiers Records/Soulfood Homepage: www.myspace.com/chinabluebluemusic Wertung: 7 Ladies und Gentlemen, hier kommt ein neues Projekt aus dem Hause Frontiers. Vielleicht werden einige jetzt die Nase rümpfen, denn speziell in letzter Zeit hat es durchaus ein paar mittelmäßige Versuche gegeben, dem Melodicrock auf diese Weise neues Leben einzuhauchen. Meine Begeisterung hielt sich anfangs auch sehr in Grenzen, denn der Markt ist einfach übersättigt mit solchen Projekten, die von einigen Musikern wie am Fliessband abgeliefert werden. Hier einige Facts: Ursprünglich existiert CHINA BLUE schon seit Ende der Achtziger und wurde von Keyboarder Eric Ragno gegründet. Wie so oft wurde aus den unsäglichen Gründen aber damals kein Album veröffentlicht. Vor geraumer Zeit stolperte Eric zusammen mit Michael Riesenbeck über die alten Aufnahmen, woraufhin man beschloss, sich die besten der alten Songs herauszupicken und noch ein paar neue draufzupacken. Um die Band zu komplettieren, hörte man sich in der großen Rockwelt ordentlich um, so dass sich Ex-SHY und aktueller TNT-Shouter Tony Mills hinters Mikro geklemmt hat, Josh Ramos sowie Ron Smith sich die Gitarre umgeschnallt haben, Doug Odell den Bass zupft, Zane Petersen die Felle bearbeitet und natürlich Eric Ragno in die Tasten haut. Wenn ein Keyboarder praktisch Chef einer Band ist, kann man davon ausgehen, dass das Endprodukt dann auch einen gehörigen Keyboardteppich aufweist, und so ist es auch mit „Twilight Of Destiny“. Grob gesagt klingt CHINA BLUE ziemlich nach JOURNEY, natürlich um die markante Stimme von Tony Mills erweitert. Ein Dutzend Songs beinhaltet dieses Debüt, die meisten davon sind leicht progressiv angehaucht, haben aber auch eine gesunde Portion Melodie zu bieten. Am deutlichsten stechen die drei ersten Songs „What Do You Need But Love“, „I Feel Like Dying“ und „Changing Ways“ heraus, das sind echte Perlen. Danach gibt es gute Melodicrock-Kost, die aber teilweise etwas austauschbar klingt. Produziert hat „Twilight Of Destiny“ Eric Ragno selbst und hat damit alle Fäden in der Hand behalten. Gemixt wurde die Platte von keinem Geringeren als JK NORTHRUP, der wirklich einen guten Job hingelegt hat, denn vom Sound her könnte der Erstling von CHINA BLUE wirklich kurz nach deren Gründung, sprich Ende der Achtziger, erschienen sein. Summa summarum ist „Twilight Of Destiny“ ein gutes Album, das wegen des hohen Anteils an Keyboard-Geschichten in jeglicher Form bei mir leider ein paar Einbußen hinnehmen muss.
Stefan
|