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An BLACK SABBATH geht kein Weg vorbei. Als vielzitierte „Erfinder“ des Heavy Metal hat die Band aus Birmingham sich in die Geschichtsbücher eingetragen. Dass Iommi und Co. ganz nebenbei noch die Spartenmusik Doom Metal ans Tageslicht beförderten ist ebenfalls ein ungeschriebenes Gesetz und deren Anhänger sagen ehrfürchtig Danke. Bands wie Pentagram, Saint Vitus oder Candlemass dürfen von sich behaupten diese Musikrichtung etabliert zu haben.
Geht es jedoch darum DAS Referenzwerk des Doom Metal zu küren, streiten sich gleich mehrere ums Podium und ein hartnäckiger Anwärter auf diesen Posten ist CATHEDRAL's „FOREST OF EQUILIBRIUM“. Wer die Scheibe nicht kennt: Ein langsameres und finstereres Stück Metal ist vielen sicher noch nicht untergekommen, zwischen den einzelnen Beats darf sich gern mal das berühmte Bier geholt werden...
Nun hat Bandgründer und Frontsau Lee Dorian beschlossen dass es gut sein soll. Zumindest sollen die Liveauftritte der Band der Vergangenheit angehören. Am 3.Dezember dieses Jahres fällt der letzte Vorhang, dann spielen CATHEDRAL ihre finale Show im Londoner HMV Forum. Das ebenfalls von Lee Dorrian ins Leben gerufene Label Rise Above Records präsentiert uns jetzt vorab den Doppeldecker „ANNIVERSARY“, ein zum 20ten Geburtstag der Band in der Londoner O2 Islington Academy mitgeschnittenes Konzert vom 03. Dezember 2010.
Teil eins der Aufnahme, „Back To The Forest“ betitelt, beinhaltet das komplette, 1991 erschienene FOREST OF EQUILIBRIUM-Album. Eigens zu diesem Zwecke wurde die Band in ihrer Ur-Formation reanimiert und spielt die Scheibe inklusive Blockflöte in „Reaching Happiness, Touching Pain“ derart frisch auf als wäre sie gestern erst erschienen. Dorrian röhrt mit seiner unverkennbaren, kaputten Stimme durch die Songs dass es jedem Anhänger der Band warm ums Herz werden dürfte, seine Jungs spielen ihren Stiefel routiniert aber gekonnt herunter. Dazu kommt ein glasklarer Sound und ein gut gelauntes Publikum. Im zweiten Teil des Albums bieten CATHEDRAL einen Querschnitt aus den Jahren 1993 bis 2010. Im Grunde sind sie nach dem Debutalbum ihrem psychedelischen Doom/Stonerrock-Mix immer treu geblieben und reihen Höhepunkte wie Midnight Mountain, Ride, Phaser Quest oder Hopkins (Witchfinder General) hintereinander. Das alles macht ein tolles Album aus und lässt einen Anhänger der ersten CATHEDRAL Stunden wie mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. Denn Liveauftritte werde ich wohl nicht mehr sehen können. Und das ist verdammt schade.
Doch Trost naht. Die Fans dürfen sich auf das für 2012 angekündigte neue, hoffentlich nicht letzte, Album „The Last Spire“ freuen. Der Titel lässt jedoch vermuten dass danach Schluss ist.
Bernd
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