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Und ZACK... da issett ... das beste Sleaze/Glam/Hardrock Album des noch recht frischen Jahres!!
Vor einigen Wochen habe ich schon die zweite Single "Love And Desperation" vorgestellt und prophezeit, dass das erscheinende Debüt ein Kracher wird. Jaahaa ... und das ist es auch geworden! Als noch kein Zine diese grandiose Band auf dem Radar hatte, habe ich schon geschwärmt, auf Facebook immer wieder Songs gepostet und abends heimlich einen Altar errichtet, Kerzen angezündet, "Apocalyptic Youth" in den Player geschmissen und abgefeiert. *Clownmodus-On* Erst jetzt kommen die ganzen anderen Nasen und überschütten die Combo mit positiven Kritiken ... alles Spätzünder ;-).*Clownmodus-Off*
Das kleine und sehr feine Label Rocket Songs Records (bisher erschienen die beiden tollen Alben von HOUSTON und SENCELLED) hat mit CASABLANCA ein absolutes Ass im Ärmel. Die schwedische/amerikanische Combo liefert uns, auf "Apocalyptic Youth", massenhaft tolle Melodien, '80er Jahre Hardrock, einen Hauch frechen Sleaze/Glam Rock, das Gefühl von Spaß und Unbeschwertheit, einprägsame Refrains und tonnenweise, auf CD gebrannte Coolness, ins heimische Wohnzimmer. Diese Band wird 2012 so richtig durchstarten und die Konkurrenz gnadenlos in Grund und Boden rocken, da wette ich mein linkes Ei drauf!
Auf die Formation und die einzelnen Musiker bin ich schon in meiner Besprechung der Single eingegangen, darum spare ich mir an dieser Stelle einfach die ganze Historie und führe hier nur die einzelnen Musiker auf.
Anders Ljung - Gesang Ryan Roxie - Gitarre Erik Stenemo - Gitarre Mats Rubarth - Bass Josephine Forsman - Schlagzeug
Das Quintett besteht nicht nur aus kompetenten Musikern sondern auch aus tollen Songwritern, die mit dem Material des Erstlings ein kleines Meisterwerk vollbracht haben. Sie haben den Spirit des klassischen '80er Jahre Hardrocks mit dem Glam Rock von HANOI ROCKS verbunden, das Gemisch einen zeitgemäßen Anstrich verpasst und ihre Lieblingsband THIN LIZZY untergerührt und fertig ist ein unverwechselbarer und sehr eigenständiger Sound. Dieses etwas befremdlich wirkende Soundkonstrukt funktioniert verdammt gut und klingt sehr locker, authentisch und natürlich. Als ob dieses Kunststück nicht gereicht hätte, besitzen sie auch noch die Frechheit, einen Ohrwurm nach dem anderen zu komponieren, die alle vor Eingängigkeit, tollen Melodien und einer Menge Spielfreude nur so strotzen und wie aus einem Guß klingen. Schwache Songs sucht man vergeblich und ich bekomme es fast schon mit der Angst zutun, denn ich kann mich kaum daran erinnern, dass eine Newcomerband, schon auf dem Debüt, so eine enorme Leistung abgeliefert hat.
Ljung hat ein angenehmes, leicht angerauhtes Organ, welches über eine gesunde Portion Rotz verfügt. Durch seine Art des Gesangs versteht es der Herr vortrefflich, dem Material seinen Stempel und damit auch Eigenständigkeit zu verpassen. Roxie und Stenemo bilden die Gitarrenarmada, welche wirklich das komplette Repertoire des Rocks beherrscht und zelebriert. Egal ob klassisch gerockt wird, es punkig zur Sache geht oder einfach nur sanfte Songs dargeboten werden, die Jungs wissen genau, wann Platz für melodische, warme Gitarrenriffs ist und werten das Material durch ihr intelligentes Spiel auf. Herr Rubarth und Frau Forsman liefern einen herrlich dichten Rhythmusteppich und glänzen, im Verlauf der Langrille, durch kleine und einfallsreiche Ideen, welche sie einbringen.
Ich suche schon verzweifelt das Haar in der Suppe, aber auch die Produktion, für die sich Chris Lanley (u. a. HOUSTON, EUROPE und H.E.A.T) verantwortlich zeigt, lässt einfach keinen Wunsch offen. Sie ist klar, druckvoll und sehr frisch ausgefallen.
"Apocalyptic Youth" ist auch gleich der Opener des Albums und verfügt über einen wunderschönen warmen und relaxten Gitarrensound. Der gemäßigte Rocker entpuppt sich als ein kleines Hookline-Monster, welches mit melodischen Gitarrenriffs und Spielereien vollgestopft ist und dessen Melodie sich innerhalb von Sekunden im Ohr festsetzt. Toller Start! "Deliberately Wasted" stinkt nach Schweiss und Rotz. Der freche Rocker bietet genau die richtige Plattform für den Sänger, der hier seine aggressive Gesangstechnik präsentieren kann. Ich wette mit euch, dass ihr spätestens nach dem zweiten Abspielen des Songs, den Refrain mitgröhlen könnt. Es wird Zeit für Classic Rock in Form von "Downtown". Automatisch wippt mein Körper im Rhythmus des Growers mit und würde Phil Lynott heute noch leben, er würde genau diesen Sound machen! Auch hier ist der Mitgröhlfaktor Plus 10. Eine absolute Überraschung ist das folgende "The Juggler". Selten habe ich so einen entspannten, durchaus radiokompatiblen, Rocksong gehört, den ein immenses Wiedererkennungspotential aufweist. Schon das relaxte Gitarrenspiel und der ständig präsente, wummernde Bass sind eine Ohrenweide. Wenn den ROLLING STONES mal gute Ideen ausgehen sollten, können sie sich mit einem sehr guten Gewissen an diese schwedisch/amerikanische Formation wenden, die werden denen schon richtig gutes Material abliefern. "Rich Girl" rockt dagegen schon fast unauffällig vor sich her. Man sollte sich aber ein wenig Zeit für den Song nehmen, da er sich, spätestens nach dem zweiten Hördurchgang, zu einer tollen und einprägsamen Nummer entwickelt. Es folgt meine Nummer! "Love And Desperation" ist die Hymne, welche so manche Band nie schreiben wird, da ihr einfach das Talent fehlt. Tolle Gesangsharmonien, galoppierende Gitarrenläufe und ein Herr Ljung, der das Optimum aus seiner Stimme herausholt, sind die Eckpfeiler dieser Übernummer. Der Song ist ein Hit, ganz im LIZZY-Style, und wer den Refrain nicht schon beim ersten Mal mitsingen kann, der sitzt auf seinen Ohren und hat einen Knoten in der Zunge! Klasse!!!"Secret Agents Of Lust" zeigt wieder das rotzige und ungehobelte Gesicht der Band. Hört euch einfach mal das Gitarrenspiel zum Ende des Songs an ... meine Herrschaften ... ich geh am Stock! Mit "Beast Of Summer" legen sie noch einmal ein Schüppchen drauf und rotz'n'rollen sich eine verführerische Melodie. Stenemo und Roxie walzen mit ihrem Spiel einfach alles in Grund und Boden und der Sänger ist dabei sich, für meine Liste der besten Glam/Sleaze Rock Sänger, zu empfehlen. Als ob es nicht langsam reichen würde, servieren CASABLANCA mit "Last Of The Rockstars" den nächsten, charismatischen Grower, der den Hörer, durch eine tolle Gitarrenleistung und phantastischen Hooklines, gefangen nimmt! Das fluffig unbeschwerte "A Lifetime On The Run", welches mich wiederum an THIN LIZZY erinnert, beendet diesen Silberling und lässt mich mit einem erstaunten Gesichtsausdruck zurück.
Selten habe ich so einen hohe Qualität von einer Newcomerband vorgesetzt bekommen und ich bin mir sehr sicher, dass diese Band noch für einigen Wirbel sorgen wird.
Fans von '80er Jahre, Glam/Sleaze Rock ... ach eigentlich jeder qualitätsbewusste Rockfan, sollte dem Album eine Chance geben. So viele tolle Melodien, eingängige Refrains und eine solch geniale Gitarrenarbeit findet man ganz selten auf nur einem Album.
"Apocalyptic Youth" ist ganz klar ein Pflichtalbum und wer es sich nicht ins Regal stellt, der hat eh nicht begriffen wie geiler Abgeh-Rock zu klingen hat. Einfach ein sensationeller Einstieg! Band und Platte sind einfach nur GEIL und rocken wie SAU!
Es funkeln RIESEN 9,5 Sterne auf meinem Rockhimmel!
Götz
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