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Blind Guardian - At The Edge Of Time
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Band: Blind Guardian
Album: At the Edge of Time
Spielzeit: 63:55 min
Plattenfirma/Vertrieb: Nuclear Blast Records/Warner
Veröffentlichung: 30.07.2010
Homepage: www.blind-guardian.com
Wertung: 10 von 10
BLIND GUARDIAN, die ich vergöttere und die meine Einstiegsdroge in das Rock und Metalbusiness waren, sind wieder zurück. Ich weiß es noch wie heute, als 15 jährige Stepke lauschte ich bei meinem älteren Cousin den Klängen der Götterscheibe „Somewhere far Beyond“ und es war um mich geschehen. Der Metalvirus hatte mich befallen. Im Laufe der Zeit legte ich mir den gesamten Backingkatalog der Band zu und auch über die Jahre hinweg blieb ich der Band treu. Natürlich blieb auch die, vollkommen normale, Weiterentwicklung bzw. Abkehr vom alten Power Metal nicht ganz spurlos bei mir. Aber auch dem sehr kritisch gesehen „A Night At the Opera“ konnte ich positives abgewinnen. Nun beehren uns die blinde Wächter also mit ihrem neuen 10. Studioalbum, die beiden Live Scheiben nicht mit gezählt, mit dem Namen „At the Edge of Time“.
Nachdem es in den letzten Jahren, auf Grund des Ausstiegs des ursprünglichen langjährigen Drummers Thomen Stauch, ein wenig im Besetzungsgebälk knirschte, ist nun wieder Ruhe eingekehrt. Der „neue“ Drummer Felix Ehmke ist mittlerweile zu einer festen Größe geworden und macht seinen Job wirklich tadellos. Ansonsten ist alles beim Alten. Marcus Siepen und Andre Olbrich sind nach wie vor für die Gitarrenparts verantwortlich, einen „festen“ Bassist haben BG immer noch nicht, diesen Part nimmt immer noch Oliver Holzwarth ein und das Mikro schwingt wie eh und je Frontmann Hansi Kürsch.
Dieser kommt uns seit neusten mit einer schicken Kurzhaarfrisur entgegen. Tja irgendwann werden wir alle halt älter, nicht wahr? 
Im Vorfeld war von seitens der Promofirma zu hören gewesen, das das neue Album eine gute Mischung zwischen dem alten Sound und den neuen Bombast Elementen ist und das BLIND GUARDIAN damit an die guten alten Erfolge anknüpfen wollten und mit dieser Mischung alte wie neue Fans zufrieden stellen wollte.
Dann schauen wir mal ob das den deutschen Power Metal Pionieren geglückt ist.
Den Anfang mach der schon bekannte Track „Sacred Worlds“ der für die das Computer Spiel Sacred 2 geschrieben wurde. Eine wahre Bombast und Prog Nummer die zwar am Anfang etwas sperrig wirkt, aber mit extrem geilen Melodien und vielen spannenden Elementen aufwarten kann. Ein wahres Fest für Bombast Fetischisten.
Weiter geht es mit „Tanelorn (Into the Void)“ Hier kehren die blinden Wächter ein wenig zurück zu ihren Wurzeln, was sich ja so viele Fans auch gewünscht haben.
Der Track hätte auch auf dem Meisterwerk „Imaginations from the other Side“ stehen könnte. Schnelle und langsame Parts wechseln sich schön ab und die Gitarren sägen teilweise was das Zeug hält. Dazu kommt ein mitsingbarer Chorus so wie man es halt von den Krefelder Jungs kennt. Live dürfte diese Nummer hervorragend funktionieren.
Mit dem Track „Road Of No Release“ geht es weiter. Eine im Midtempo Bereich gehaltene Nummer die sich durch den ausdrucksstarke Gesang und erstklassige Gitarrenläufe auszeichnet. Im Chorus erinnert diese Nummer an viele Stücke vom „Nightfall in Middle Earth“ Album, welches ja auch keine schlechte Referenz ist.
Mit einem richtigen Doppelschlag warten BLIND GUARDIAN mit Song Nummer 5 und 6 auf. Obwohl beide stilistisch sehr unterschiedlich sind ergänzen sie sich doch sehr gut und bewegen sich beide auf einem sehr hohen Level.
Track 5 „Curse my Name“, eine mit mittelalterlichen Klängen unterlegte Nummer, hat große Ähnlichkeit zur inoffiziellen Bandhymmne „The Bard Song“. Man kann sich quasi die mitgehende und mitsingende Menge vorstellen, wenn Sänger Hansi den Chorus anstimmt. Sehr atmosphärische Nummer.
Das folgende „Valkyries“ ist dann das genaue Gegenteil. Ein Power Metal Schwergewicht in Halbballaden Form und ein absolutes Highlight der Platte. Ausgestattet mit erstklassigen Gitarrenspiel, pumpende Bassparts und erstklassigen mehrstimmigen Gesang. Der Chorus gehört zu dem Besten was ich in der letzten Zeit hören durfte. Ein Wahnsinnstrack der einen einfach fesselt. Wenn die Live Setliste nicht schon so voll wäre, würde ich sagen das wäre ein totsicherer Kandidat dafür.
„War of the Thrones“ kommt mit einer schöne Pianobegleitung daher und versucht uns von Anfang an zu verzaubern. Dies gelingt dem Song auch spielend, erzeugt doch die Instrumentalisierung und der gefühlvolle Gesang von Fronter Hansi eine verträumte Stimmung. Nach dem ganzen Bombast mal ein Track zum verschnaufen.
Mit der Ruhe ist es jetzt aber je vorbei. Das schon von der Maxi bekannte „A Voice in the Dark“ ist wieder ein absolut krachender Power Metal Song der alten Schule geworden und bläst uns die verträumte Stimmung mit Wucht weg. Hier wird wieder gesägt und geshreddert was die Gitarrensaiten her geben! Dazu kommt ein aggressiver Gesang und ein klasse mehrstimmiger Chorus. Dies alles lässt uns wieder in der guten alten BLIND GUARDIAN Zeit schwelgen.
Das abschließende „The Wheel of Time“, ist dann wieder wesentlich progressiver ausgerichtet und bietet uns vielschichtige Melodien, ständige Tempowechsel und eine große Anzahl von unterschiedlichen Instrumenten. Hier werden alle Register gezogen und das Prog Metaller Herz dürfte hier absolut höher schlagen.
Zum Abschluss noch mal so ein Kracher, das sagt viel über die gesamte Platte aus.

Anspieltipps:

Das gesamte verdammte Album ist ein einziger großer Anspieltipp. Das ist die Power/Bombast/Melodic Metal Scheibe des Jahres!

Fazit :

Teilweise habe ich ja mein Fazit schon vorweg genommen. Ich bin schier begeistert! Mit den letzten Alben haben BLIND GUARDIAN ja ein wenig geschwächelt und ich hatte schon Angst um meine Lieblinge. Aber tot gesagte leben länger, sagt man ja so schön. BLIND GUARDIAN melden sich mehr als amtlich zurück und servieren hier ein absolutes Hammeralbum, welches sowohl neue als auch alte Tugenden vereint und daher für beide Fanlager, alt wie neu, hörenswert ist.
Fans können also beruhigt zugreifen und blind das Album kaufen. Eigentlich sollte jeder Power/Bombast/Melodic Metaller diese Scheibe kaufen. Mir fällt aktuell kein besseres Album ein der diese Stilrichtungen vereint!
Mörderscheibe. Volle Punktzahl daher von mir!

Trackliste:

01. Sacred Worlds
02. Tanelorn (Into The Void)
03. Road Of No Release
04. Ride Into Obsession
05. Curse My Name
06. Valkyries
07. Control The Divine
08. War Of The Thrones (Piano)
09. A Voice In The Dark
10. Wheel Of Time

Julian
 

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